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Magenverkleinerung

Thema: 

Die Magenverkleinerung bewirkt ähnlich wie das Magenband eine deutlich reduzierte Nahrungsaufnahme. Eine Magenverkleinerung wird nur bei Patienten durchgeführt, die unter Fettleibigkeit Stufe 3 leiden bzw. einen Body Mass Index von über 40 haben. Der Patient muss vor diesem Schritt andere Therapien erfolglos versucht haben und für eine Magenband OP ungeeignet sein. Da der entfernte Magenteil nicht wieder rückimplantiert werden kann sollte die OP das letzte Mittel der Wahl sein.

Die Magenverkleinerung OP

Die OP wird meist unter Vollnarkose mit kleinen Öffnungen in der Bauchdecke durchgeführt. Der Arzt operiert durch die kleinen Öffnungen und entfernt so ca. 75% des Magens. Das übrige Viertel des Magens wird danach vernäht. In wenigen Fällen ist es nötig zusätzlich einen Schnitt am Bauch durchzuführen, so dass sich die Operationsdauer entsprechend verlängert. Magenverkleinerungs OPs werden nicht von Plastischen Chirurgen durchgeführt, sondern von Allgemein-Chirurgen. Der Plastische Chirurg sorgt nach der Therapie dafür, dass die überflüssige Haut und das Fettgewebe entfernt wird. Oftmals sind dafür mehrere OPs über einen Zeitraum von Monaten notwendig.

Wie funktioniert die Magenverkleinerung

Durch die Reduzierung des Magenvolumens kann man weniger Nahrung aufnehmen. Das Sättigungsgefühl stellt sich deutlich schneller ein als vor der OP. Versucht man gewohnte Portionen, wie vor der OP zu vertilgen, überkommt einen schnell ein Gefühl der Übelkeit und man muss erbrechen. Nach der Operation wird man in ein neues Essverhalten gezwungen, das eine starke Gewichtsreduzierung zur Folge hat. Als Folge der Umgewöhnung kann es zu einer veränderten Geschmackswahrnehmung kommen. Nahrungsmittel, die man zuvor geliebt hat, wirken abstoßend und andere Lebensmittel schmecken auf einmal.

Magenverkleinerung und Krankenkasse

Die Krankenkassen übernehmen in vielen Fällen die Kosten für die Operation. Dabei muss man der Krankenkasse nachweisen, dass konservative Behandlungsmöglichkeiten bzw. Therapien zuvor erfolglos verlaufen sind und die OP die letzte Möglichkeit einer Heilung darstellt. Um die OP finanziert zu bekommen muss man einen Kriterien Katalog der Krankenkasse ausfüllen. Der Katalog soll nachweisen, welche Therapien bereits gescheitert sind. Ab einem BMI von 40 (Adipositas Typ 3) übernehmen die Krankenkasse meist die Kosten. Mit einem BMI darunter kommt es auf die besonderen Umstände des Einzelnen an:
- Gesundheitliche Situation (Zusatz- und Folgeerkrankungen)
- Psychische Verfassung
- Erfolglose Diäten oder Therapien zur Gewichtsreduktion

BMI – Body Mass Index

Der Body Mass Index bewertet Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße. Die Formel dazu lautet: Gewicht in Kilogramm geteilt durch (Größe in Metern hoch 2), also m/l² . Der BMI unterscheidet auch zwischen Frauen, Männern und dem Alter. Hier gibt es leichte Unterschiede zur Bewertung des BMI.

TypBMI
Stark untergewichtig16
Mässig untergewichtig16-17
Leicht untergewichtig17 - 18,5
Normales Gewicht18,5 - 25
Übergewichtig25 - 30
Fettleibig, Adipositas 130 - 35
Fettleibig, Adipositas 235 - 40
Fettleibig, Adipositas 340 +

Nach der Magenverkleinerung

Der Gewichtsverlust bei einer Magenverkleinerung ist zunächst einmal dauerhaft und verspricht einen langfristigen Erfolg. Durch das extrem schnelle Abnehmen leidet die Haut und man kann gleich einen Termin beim Plastischen Chirurgen zur Hautstraffung an allen Problemzonen vereinbaren. Das Entfernen der überschüssigen Hautlappen erfolgt dann im Rahmen mehrerer OPs. Hat man das alles überstanden, pflegt man seine Narben mit einer guten Narbencreme und freut sich auf sein ein Leben ohne den überschüssigen Pfunden.

Der Jojo-Effekt

Der Abbau der Fettzellen zieht sich je nach Alter, Muskulatur, Stoffwechsel und Lebensumstände über Jahre hin. Genetisch gesehen ist das auch sinnvoll, um Zeiten mit Nahrungsmangel einfacher überbrücken zu können. Entzieht man dem Körper Nahrung und die Energiebilanz dreht sich um, dann leeren sich die Fettzellen nur, sind aber noch in voller Anzahl vorhanden. Wenn man nun nach ein paar Monaten mit Gewichtsverlust wieder in sein altes Schema zurückfällt füllen sich die Fettzellen wieder und einige neue kommen hinzu. So kommt es zum berüchtigten Jojo-Effekt, der am Ende oft mehr Gewicht auf die Waage bringt als vor der Diät.

Preis - Kosten in Euro: 

8000 - 12000

Fazit: 

Operationsart

Vollnarkose

Operationsdauer

2 - 4 Stunden

Schnittlänge

Mehrere kleine Schnitte

Pflege

Nach erfolgreichen Abnehmen braucht man meist einen Plastischen Chirurgen zur Hautstraffung.

Ergebnis

Der gesamte Prozess mit Vorbereitung, Abnehmen und Hautstraffung danach dauert mind. 1 - 2 Jahre

Arbeitsfähigkeit

Nach 2 Wochen

Risiken

  • Infektionen, Nachblutungen
  • Sensibilitätsstörungen im operierten Bereich (verletzte Nerven)
  • bei rein endoskopischer Eingriffen ist das Infektionsrisiko sehr gering
  • Häufiges Erbrechen
  • Verletzung  der Speiseröhre
  • Gewebeschäden
  • Blutungen

Haltbarkeit

Meist dauerhaft, da man für mind. 1 - 2 Jahre in ein anderes Essverhalten gezwungen wird

Krankenkasse

Ab einem BMI 40+ , wenn alle anderen Therapien gescheitert sind. Die persönlichen Umstände spielen immer eine Rolle bei der Entscheidung.

Ratgeber: 

Aufgrund des hohen Risikos bei einer Magenverkleinerung sollte man immer versuchen, die Operation über die Krankenkasse finanzieren lassen. Sollten dann Komplikationen nach der OP auftreten, muss man diese nicht selbst nachfinanzieren. Das kann bei OPs im Bauchraum schnell sehr teuer werden.

Vor der Operation:

  • Diszipliniertes Essen üben
  • Nachweis über  mehrere erfolglose konservative Therapien erbringen
  • 10 Tage vorher keine blutverdünnende Mittel
  • 10 Tage zuvor kein Zigaretten- und Alkoholkonsum
  • Auf Hormonpräparate bzw. die Pille verzichten
Nach der Operation:
  • 2 Monat2 keinerlei Sport oder sonstige, schwere körperliche Arbeit
  • Auf Zigaretten- und Alkoholkonsum für mehrere Wochen verzichten
  • Termin mit einem Plastischen Chirurg zur Hautlappen-Entfernung vereinbaren

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Kommentare

Sonntag, Juli 7, 2019 - 23:22
William28

Hallo,
in unserer Praxis gab es noch keinen Fall der Kostenübernahme durch die Krankenkasse, aber die Übernahme ist durchaus möglich, wenn es vom behandelnden Arzt als medizinisch notwendig eingestuft wurde. Die Krankenkasse muss ohne Zusatzvereinbarungen nur die notwendigen Maßnahmen zum Schutz und der Wiederherstellung der Gesundheit leisten. Allerdings haben die Ärzte einen gewissen Spielraum in der Beurteilung der Notwendigkeit von Operationen aus der ästhetischen Chirurgie. Psychische und hygienische Gründe wie grosse Hautfalten, die Hautkrankheiten verursachen können von Krankenkassen erstattet werden.
Grüße William

Anzahl an Kommentaren: 8
Montag, März 31, 2014 - 00:18
sunrise

Kann ich nur unterstreichen! Ich hab auch den Fehler gemacht, die erste Stellungsnahme für die Krankenkasse nicht richtig zu formulieren. Dann hab ich noch ein knappes Jahr mit der Krankenkasse rumgestritten und schliesslich aufgegeben. Das ist mittlerweile 1,5 Jahre her. Mittlerweile denk ich wieder öfter an die OP und spare schon mal vor :( ...
Ganz viel Glück bei den Verhandlungen!
sunrise

Anzahl an Kommentaren: 8
Freitag, April 11, 2014 - 21:33
Tinga

Hi Michi,
ja danke für deinen Tipp, daran hab ich gar nicht gedacht. Ich werde die Krankenkasse wechseln. Das aber nicht allein aus dem Grund ... Das ist nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Es ist sowieso traurig, wie viel man in die Krankenkasse einzahlt und wie wenig man davon an Leistung erhält. Aber mal schaun, ich werde zur DAK wechseln und in einem Jahr mal bei denen nachfragen, wenn alle anderen Therapien scheitern.

GLG Tinga

Anzahl an Kommentaren: 8
Freitag, Juli 3, 2015 - 13:05
Miauuu

Hi,

ich finde das ganz schön schwierig gleich die Krankenkasse zu wechseln. Da hat man doch Wartefristen bis man Leistungen von Krankenkasse erhalten kann. Außerdem sind die Krankenkassen gerade die ersten Monate nach Abschluss besonders aufmerksam und außergewöhnliche Leistungen werden genau geprüft. Das klappt meiner Meinung dann nur mit Geduld und viel Talent in der Kommunikation mit der Krankenkasse.

Besser ist es sich vorher zu informieren. Wenn man schon ein paar erfolglose Therapien vor einer Behandlung durch hat und z.B. durch psychische Probleme Gefahr für Leib und Leben besteht, dann wird auch die Krankenkasse nachgeben, wenn ein Arzt das diagnostiziert.

Ich hoffe das hilft Euch...
LG Miauuu

Anzahl an Kommentaren: 8
Montag, Dezember 28, 2015 - 12:30
Marley54

Hallo zusammen,

wie Du Dein Fett wieder los werden willst hängt davon ab wieviel Du zugenommen hast und wieviel vorher schon da war. So wie Due es beschreibst gehe ich mal davon aus, dass Du vorher schlank warst bzw. eine normale Figur hattest und danach Fettwülste. Das spricht ja dann eher für eine starke Gewichtszunahme von mind. 15 Kilo. Wenn Du das Gewicht dann auch noch seit über einem Jahr nicht los wirst, bist Du ein Fall wie ich es war ....
Entweder Du zwingst Dich Deine Essens-Gewohnheiten komplett umzustellen und machst etwas Sport. Der Schwerpunkt liegt hier ganz klar in den Essensgewohnheiten :) ... Hat bei mir wegen meiner zwei Töchter nicht funktioniert.
Oder Du lässt Dich operieren. Ich hatte einen Magenballon und eine Hautstraffung danach.

Viele Glück und liebe Grüße Marley

Anzahl an Kommentaren: 3