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Chronologie des Schönheitsideals der weiblichen Brust

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1935:
Medizinische Fachzeitschriften thematisierten das Problem erschlaffender Brüsste bereits vor dem 2ten Weltkrieg. So wurden hier skurile Methoden wie die Injektion von Paraffin oder Glaskugelimplantaten vorgeschlagen. Teilweise gab es auch Vorschläge zur Brustrekonstruktion mit Eigenfett aus dem Hüftbereich, das aber nach ersten Erfahrungen als kritisch erachtet wurde, da dass implantierte Fett vom Körper zunehmend resorbiert wird und auch zu Infektionen führen könnte.

1947:
In den USA stieg nach dem 2ten Weltkrieg die Anzahl der Plastischen Chirurgen, sicher auch durch Erfahrungen aus der rekonstruktiven Chirurgie von Kriegsopfern. Erste öffentliche Themen zu perfekt bzw. abnorm geformten Brüssten führten zu Begriffen wie Hypomastie, die die physische Individualität der einzelnen Frauen in ein schlechtes Licht rückte. Es entstanden psychologische Komplexe der Weiblichkeit, die zu Depressionen, Psychosen, Ausgrenzung und auch Selbstmord führten. So entstand in den 50er Jahren der spitze Büstenhalter (Erster moderner Büstenhalter 1889 von Herminie Cadolle patentiert) um körperliche Reize überproportioniert zu skizzieren.

1950-1960:
Die Pharmaindustrie suchte den Bedarf der Plastischen Chirurgen für Implantate mit verschiedenen syntetischen Stoffen wie Polyurethane, Polyäthylene Teflon u.a. zu befriedigen. Die anfangs durchaus guten Ergebnisse der Brustvergrösserungen bzw. Brustrekonstruktionen führten zu einer immer grösseren Popularität. Allerdings zeigten sich die verschiedene Probleme mit den Implaten erst nach einigen Jahren. Die Implantate führten dazu, dass das fibröse Narbengewebe in die damaligen Implantate (meist Schwämme) einwuchs und somit in einer Verhärtung und Verkleinerung resultierte.

1963:
Das perfekte Implantat sollte also nicht hart werden, leicht formbar, körperlich gut verträglich und belastbar gegen physische Einflüsse sein. 1963 wurde dann das Silikon-Gel-Brustimplantat als perfektes Material propagiert. Entwickelt wurde es in Texas vom Dow Corning Center for Medical Research in Zusammenarbeit mit Plastischen Chirurgen.
Das erste Implantat:
- Silikon-Gummibeutel
- Silikon-Gel-Füllung
- Eine Seite abgeflacht mit Dacron-Fasern, die andere Seite gewölbt

1970-1980:
Grösse und Form der Implantate wurden verbessert, die Dacron-Schicht abgeschafft. Trotz allen Anstrengungen der Pharmaindustrie die Implantate zu optimieren kam es weiterhin zu Verhärtungen des Bindegewebes, der Bindegewebskapsel und zu Kapselkontraktionen. Daurch folgten Implantate mit Füllungen aus Kochsalzlösung oder Polyurethane-Schaum, die zwar die Verhärtungen milderten aber dafür andere Probleme verursachten. Mit der zunehmend stärkeren Rolle der Frau in der Gesellschaft änderte sich auch die Wahrnehmung der Öffentlichkeit für die Beweggründe von Brustoperationen. Dahingehnde Wünsche wurden nicht mehr psychopathologisch begründet, sondern der basierten auf dem eigenständigen ästhetischen Verlangen der Frau, wenn auch beeinflusst durch die Medien.

1990-heute:
Die Plastische Chirurgie erfreut sich, mit dem zunehmenden Perfektionismus des Körperbewusstsein, stetig steigender Zahlen. Es gibt nun den geschützen Titel ”Facharzt/ Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie”, der einen gewissen Erfahrungsschatz des Arztes belegt, nachdem viele, teilweise unqualifizierte, Ärzte und Mediziner sich dem ertragsreichen Geschäft zugewandt haben. Die Pharmaindustrie entwickelt vielfältig in diesem Bereich weiter und mittlerweile gibt es Klinikverbunde, die sich ausschliesslich der Plastischen Chirurgie verschrieben haben.

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Kommentare

Mittwoch, Mai 21, 2014 - 09:15
nurpellgrino

dass, was ich meinte, ist das Faltenbildung oder Rippling ist eher mit früheren Implantaten aufgetreten ist. Dafür gab es verschiedene Gründe. Bei hochwertigen Implantaten mit einem Gel kann das nicht auftreten. Gewebe das sich über das Implantat setzt sollte doch eher für eine glattere Fläche sorgen?
GLG Nina

Anzahl an Kommentaren: 6
Sonntag, März 4, 2018 - 14:45
Ashley-41

Hi zusammen,

Normalerweise, wenn die Brustwarze bzw. der Brustwarzenhofs überdurchschnittlich gross ist und gar nicht zur übrigen Brust passt, dann klappt das sauber nur mit einem einfacheren Eingriff durch einen Facharzt der Plastischen Chirurgie. Die OP kann im Dämmerschlaf oder lokaler Betäubung durchgeführt werden und danach kriegt man Schmerzmittel, so dass es die erste zeit erträglich ist.
Der Arzt schneidet dabei den Teil aus dem Brustwarzenhof raus, der zu viel ist und strafft dabei meist auch gleich die Brust noch ein bisschen mit. Da in dem Bereich viele Nerven liegen, kann es manchmal vorkommen, dass der operierte Bereich dann weniger sensibel ist. Das Risiko muss dann jeder für sich selbst entscheiden.
Ich hoffe das hilft einigen weiter ...
GLG Ashley

Anzahl an Kommentaren: 5
Dienstag, Oktober 8, 2013 - 22:38
Blanka

Hi Stefanie,

in der Regel ist es ja so, dass man aus präventiven Gründen eher den oberen Teil der Brust nimmt, wenn man genetisch ein höheres Brustkrebs Risiko hat.

Aus optischen Gründen ist es mehr der untere Teil, da es sonst zu "Dellen" in der Brust kommen kann.

Aber das nur ganz pauschal, denn schließlich ist das Ganze extrem von der Beschaffenheit der Brüste abhängig und damit sehr individuell zu entscheiden.

LG
Blanka

Anzahl an Kommentaren: 1
Freitag, Juni 19, 2015 - 13:15
PrettYY

Hallo zusammen,

genau aus der Sorge vor gesundheitlichen Schäden nach einem Unfall hatte ich mir vor 8 Jahren in den USA meine Implantate mit Kochsalzlösung machen lassen. Ich hatte vor 7 Monaten einen Unfall bei unserem Hausbau und mein rechtes Implantat war gerissen und das linke vermutlich angerissen. Ich hab jedenfalls beide Implantate in Deutschland dann gegen Silikon austauschen lassen.

Durch die Kochsalzlösung konnte ja nichts Schlimmes passieren. Da war ich auch gleich nach dem Unfall doch schon ziemlich cool, obwohl ich merkte dass das Implantat zumindest auf einer Seite kaputt war.

Der Plastische Chirurg hat mich aber überzeugt, dass duie neuen Implantate nicht mehr ins Gewebe eindringen können, da sie viel zähflüssiger sind.

Bis jetzt ist alles wieder gut :)
GLG P.

Anzahl an Kommentaren: 4
Freitag, Juni 5, 2015 - 23:05
MaunzMaunz

Hi Hannah,
wie hat es sich denn bei Dir entwickelt? Hat der Arzt Recht gehabt oder hast Du bereits nachkorrigieren lassen oder sogar Dein Geld zurück bekommen. Ich würde mich freuen, wenn Du Dich bei mir melden könntest, da meine OP in 3 Wochen ist.

Soweit ich weiß kostet eine Nach-OP immer und man kriegt ja eigentlich nichts vom Arzt zurück, außer es ist explizit vertraglich geregelt oder auf Kulanz. Ich hab bei meinem letzten Vorgespräch Flyer zur Versicherung der OP gesehen. Wie seriös ist das denn?

GLG MaunzMaunz

Anzahl an Kommentaren: 7