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Minderwertige Brustimplantate mit Zertifikat

Thema: 

Bis 2010 kam es zu immer mehr Hinweisen bezüglich gerissener Implantate durch die Opfer und führte im Rahmen der anhängigen Untersuchung dazu, dass der französische Hersteller PIP ins Visir mehrerer Behörden gerückt ist. Das Gericht in Marseille verurteilte am 10.12.2013 den 74 Jahre alten Jean-Claude Mas zu 4 Jahren Haft. Der Gründer von PIP (Poly Implant Prothese) hatte nach Ansicht des Gerichts zusammen mit einer Hand voll Mitarbeitern jahrelang weltweit seine Kunden getäuscht. Mas muss vorerst seine Haft noch nicht antreten, da der Strafverteidiger des 74-Jährigen gegen das Urteil Berufung eingelegt hat. Vier mit angeklagte ehemalige Mitarbeiter wurden von dem Gericht in Marseille mit leichteren Strafen belegt.

Die Brustimplantate waren mit einem billigen Silikon aus der Industrie hergestellt worden. Die Eigenschaften der Implantate entsprachen trotz TÜV-Siegel nicht dem Standard .

Der Ruf nach Entschädigung

Tausende Frauen weltweit mussten die Implantate aufgrund von Entzündungen in der Brust oder Rissen im Implantat austauschen. Oftmals wurden Implantate auch vorsorglich auf Anraten des Chirurgen ausgetauscht. Die damit verbundenen Kosten des Eingriffs, die unnötigen Schmerzen und die seelischen Belastung können die Geschädigten rechtlich gegen den Hersteller geltend machen. Da das betroffene Unternehmen Insolvenz angemeldet hatte bleibt nur der Weg über SARVI (Service d’aide au recouvrement en faveur des victimes d’infractions). Der Fonds SARVI ersetzt den Opfern des französischen Unternehmens bis zu 3.000 Euro an Schaden. Der restliche Betrag wird damit wohl zu Lasten aller Geschädigten gehen. Der Schaden für die Chirurgen, die die Implantate eingesetzt haben wird damit vermutlich nicht ausgeglichen.

Die Allianz Versicherung in Paris, als zuständiger Haftpflicht-Versicherung des Unternehmens, setzt darauf die Ansprüche der anhängigen Zivilverfahren der Verjährung auszusetzen. Die Versicherung sieht keine Gültigkeit des Vertrags für Frauen außerhalb Frankreichs und war bisher auch nicht bereit auf eine einvernehmliche aussergerichtliche Lösung einzugehen. Weltweit wurden Hunderttausende PIP-Implantate Frauen eingesetzt, wobei in Deutschland ca. 5000 Frauen die minderwertigen PIP-Implante eingesetzt bekamen. Über 7.000 der weltweit Betroffenen traten im Strafprozess als Nebenkläger auf.

Zertifizierung von minderwertigen Brustimplantaten durch den TÜV

Der Prüfdienstleister TÜV-Rheinland hatte sein Prüfsiegel für die Zertifizierung der Implantate vergeben und trat mit als Nebenkläger auf, um gegen das erste Urteil eines Handelsgerichts in Toulon vorzugehen, dass dem TÜV eine Verletzung der Konrollpflicht vorwarf. TÜV-Rheinland hat gegen das Urteil Berufung eingelegt mit guten Chancen auf Erfolg, da dem Unternehmen betrügerische Absichten vorgeworfen wurden.

Fazit: 

Bei betrügerischen Absichten eines Herstellers von Implantaten kann es trotz TÜV-Siegel sich um minderwertiges Material handeln, dass zu Komplikationen nach der OP aufgrund der Eigenschaften des Implantats führt.

Im Schadensfall können die Betroffenen im schlimmsten Fall mit keiner oder lediglich einer kleinen Teilzahlung rechnen.

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Kommentare

Samstag, Dezember 21, 2019 - 17:34
Hauke-37

ich habe meine Brustoperation in Deutschland durchführen lassen, weil es in meinen Augen keinen Sinn macht sich im Ausland operieren zu lassen. Der Vorteil sich im Ausland günstiger operieren zu lassen hebt sich dadurch auf, weil man für Nachsorgetermine nach einem und 6 Monaten ja wieder erneut fliegen müsste. Insbesondere, wenn es zu Komplikationen kommt musst Du in so einem Fall schnell einen teuren Flug buchen oder zu einem lokalen Arzt, der wenig Interesse an dem ästhetischem Ergebnis hat.
Wenn alles gut geht und es keine Komplikationen gibt und Du sogar jemanden kennst, der in Deutschland dann die Nachsorge übernehmen würde, dann könnte es eine Alternative sein, aber sonst nicht. Du hast nur einen Körper - Dafür wäre mir das Risiko einfach zu hoch.

Grüße Hauke

Anzahl an Kommentaren: 4
Freitag, Oktober 18, 2013 - 16:59
Chantera

Hallo Carlotta,

Ich würde auf jeden Fall nochmal einen Arzt aufsuchen.

Mögliche Ursachen könnten sein:
1) eine Infektion.
2) eine schmerzhafte Verhärtung der Brust (Kapselfibrose)

Infektionen können auch nach Monaten oder Jahren nach dem operativen Eingriff auftreten. Unbemerkt verlaufende Infektionen können langfristig zu einer Einkapselung des Implantats führen. Dabei kapselt der Körper die Implantate unterschiedlich auffällig in eine harte Kollagenhülle ein. Durch Antibiotika lässt sich so etwas frühzeitig möglicherweise vermeiden.

Das Risiko einer Kapselfibrose (schmerzhafte Verhärtung der Brust) wurde im Laufe der letzten Jahre deutlich verringert , tritt aber dennoch bei knapp 3 Prozent der Patientinnen auf.

Grüsse
C.

Anzahl an Kommentaren: 3
Sonntag, Dezember 22, 2019 - 12:00
Nule-17

Hi,

ich bin 44 und kenne in meinem Umfeld bereits 5 Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind. Da kann man nichts anhand von genetischen Vorgaben ableiten. Manche hatten kein Brustkrebs die 2 Generationen in der Familie und manche schon. Ihr solltet Euch spätestens ab 40 alle 6 Monate untersuchen lassen und am besten einmal die Woche den Selbsttest bei Euch durchführen. Brustimplantate als Krebsvorsorge implantieren zu lassen ist meiner Meinung nach der falsche Weg, da dies nur die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung im Brustgewebe reduziert, aber nicht verhindert. Krebs ist in der Regel sehr gut heilbar, wenn er früh erkannt wird und über 80% der therapierten Frauen sind nach 10 Jahren immer noch krebsfrei. Daher lieber öfters zur Vorsorge gehen.
GLG Nule

Anzahl an Kommentaren: 12
Sonntag, Mai 11, 2014 - 20:44
RobertS

Hi Nikole,

das kann bei so unterschiedlichen Brüsten durchaus mit einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse klappen. Bei asymmertischen Brüsten zahlt die Krankenkasse. Such einfach einen Plastischen Chirurgen oder zuerst Deinen Frauenarzt/ärztin auf, die können Dich dabei sicher unterstützen. Die Krankenkasse zahlt nicht bei zu kleinen Brüsten.
LG Robert

Anzahl an Kommentaren: 2
Donnerstag, Februar 11, 2016 - 12:42
Christin-Schmidt51

Ich würde mir auch gerne ein Implantat einsetzen und die Brust straffen lassen. Seit 3 Jahren traue ich mich nicht so richtig und ich kenne leider auch niemand persönlich, der sich ein Implantat einsetzen hat lassen. Aber wenn ichd as hier so lese ist ja nicht so ganz einfach einfach einen Plasitschen Chirurgen auszusuchen. Da muss der Chirurg gut sein, dann wird das Implantat unter oder über dem Brustmuskel gesetzt. und am Ende muss auch noch das Implantat das richtige sein.

Das heisst für mich so viel ... Ich muss einen tollen Arzt in Regensburg und Umgebung finden, der mich uneigennützig berät. Der Arzt sollte dann das optimale Implantat für mich empfehlen und nicht das, bei dem er am meisten verdient ... Seufz ...

Grüße Christin

Anzahl an Kommentaren: 14