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Brustkrebs

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Ein Knoten in der Brust muss nicht gleich einen bösartigen Brustkrebs bedeuten. Vor allem Frauen im Alter unter 50 können gutartige Knoten haben. Brustkrebs ist für Frauen die häufigste Krebserkrankung weltweit. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr 70.000 Frauen. Die Wahrscheinlichkeit  für Frauen im Laufe des gesamten Lebens  an Brustkrebs zu erkranken liegt bei knapp 10%. Mit einer seltenen genetischen Veranlagung liegt das Risiko sogar bei durchschnittlich 65%. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn sich Frauen wie Angelina Jolie vorsorglich operieren lassen, um das Krebsrisiko radikal zu minimieren. Gerade in diesem Bereich kann die Plastische Chirurgie helfen, sich weiterhin attraktiv zu fühlen.

Angelina Jolies Brustkrebs und Eierstockkrebs Vorsorge

Angelina Jolie hat durch Ihr hohes Brustkrebsrisiko präventiv die Brustdrüsen entfernen lassen und mit Hilfe von Silikonimplantaten optisch wieder aufgefüllt. Ein paar Jahre später hat Sie dann Anfang 2015  zusätzlich beide Eierstöcke und Bereiche der Eileiter operativ entfernen lassen. Damit ist das Risiko durch ihre seltene genetische Veranlagung zur Erkrankung an Brust- oder Eierstockkrebs von über 80 Prozent auf unter 5 % reduziert. Gleichzeitig hat Sie mit Hilfe der Plastischen Chirurgie ihr Aussehen trotz der Brust OP verbessert. Gerade für Frauen mit einem hohen Krebsrisiko hat ihre Entscheidung eine Vorbildfunktion und macht vielleicht einigen Frauen Mut sich dem Krebs frühzeitig zu stellen.

Brustkrebs Heilungschancen und Prognose

Die Heilungschancen bei Brustkrebs hängen ganz stark von der frühen Erkennung ab. Brustkrebserkrankungen werden dazu in verschiedene Stadien aufgeteilt. Je nach Stadium hat man höhere Chance auf Heilung. Die Chance auf eine (dauerhafte) Heilung des Brustkrebs ergibt sich aus folgenden Faktoren:

  • Größe und Ausbreitung
  • Bösartigkeitsgrad
  • Einige weitere medizinische Risikofaktoren

Gute Heilungschancen

Hat man den Brustkrebs früh erkannt, liegt er nicht ungünstig, ist er noch klein und lokal begrenzt, dann sind die Heilungschancen mit ca. 90% sehr hoch.

Schlechte Heilungschancen

Wenn der Knoten in der Brust länger unentdeckt war und wachsen konnte, können sich die Krebszellen über das Lymphsystem oder das Blut verteilen. Es entstehen sogenannte Brustkrebs Metastasen. Wie schnell das passiert hängt von der Position des Knoten in der Brust ab. Dadurch verteilen sich die Krebszellen im ganzen Körper und befallen Organe. Wenn das passiert, können Knochen, Lunge, Gehirn, Leber, Schilddrüse u.a. Organe befallen werden und die Heilungschancen sinken drastisch. Trotzdem kann man dem Krebs begegnen. Die Überlebensrate nach der Diagnose Brustkrebs liegt immerhin bei knapp 90 Prozent innerhalb der ersten 5 Jahre. Wie lange man überlebt hängt davon ab, welche Organe bereits wie stark befallen und geschädigt wurden und wie man auf die Therapiemaßnahmen reagiert.

Symptome und Anzeichen des Brustkrebs

Brustkrebs kann man zwar selbst erkennen, trotzdem sollte man bei einem oder mehreren der nachfolgenden Symptome den Arzt aufsuchen und sich untersuchen lassen.

  • Knoten werden ertastet. Knoten sind meist erst ab ca. 2 cm Größe tastbar, je nach Brustgröße und Lage des Knotens. Sie lassen sich nicht verschieben, fühlen sich fest an und schmerzen in der Regel nicht. Aber nicht jeder Knoten bedeutet Krebs.
  • Am häufigsten ist der äußere, obere Bereich der Brust betroffen.
  • Flüssigkeitsaustritt aus einer Brust außerhalb der Stillzeit. Die Flüssigkeit kann klar oder blutig sein.
  • Eingefallene Brustwarzen
  • Hautveränderungen an den  Brustwarzen
  • Dauerhafte Rötungen der Haut an der Brust
  • Bereiche der Haut, die auf einmal gespannt sind (ohne gleichzeitiger Gewichtszunahme)
  • Ein Brustkrebs, der bereits andere Organe befallen hat kann auch zu Gewichtsverlust führen.
  • Ungleich große Brüste bzw. Größenveränderungen an einer Brust
  • Brustkrebs verursacht vor allem im Anfangsstadium in der Regel keine Beschwerden oder Schmerzen.
  • Wenn der Krebs bereits gestreut und andere Organe befallen hat, dann können Schmerzen in diesen Organen auftreten. Das können z.B.  Schmerzen in der Lunge oder den Knochen sein.

Ursachen und Risiko zum Brustkrebs

Ist Brustkrebs vererbbar? Eine genetische Veranlagung als Ursache für den Brustkrebs ist selten und liegt bei etwa 5 Prozent. Allerdings ist das Risiko für diese Gruppe mit dem Gendefekt an Brustkrebs zu erkranken sehr hoch und liegt im Schnitt bei 65 Prozent. Nachfolgend eine Liste der wichtigsten Ursachen für Brustkrebs:

  • Fettleibige Menschen: Risiko + 250%
  • Genetische Veranlagung (bei 5% der Frauen): Risiko + 65%
  • Intensives langes Rauchen: Risiko + 30%
  • Moderater täglicher Alkoholgenuß: Risiko + 30%
  • Bewegungsmangel: Risiko: +25%
  • Jodmangel
  • Endothelin und ECE

Eine Veränderung des Erbmaterials von Körperzellen führt zu einer Fehlsteuerung des Wachstums in den Zellen. Um eine Schädigung des kontrollierten Wachstums von Zellen zu verursachen gibt es verschiedene Wege (siehe oben). Zusätzlich spielt es eine entscheidende Rolle wie gut der Körper entstandene Schäden wieder reparieren kann. Außerdem ist es entscheidend wie lange die schädlichen Einflüsse auf den Körper einwirken.

Zellschädigungen

Zellschädigungen erhöhen das Risiko an Krebs zu erkranken. Folgende Einflüsse tragen dazu bei:

  • UV-Strahlung
  • Radioaktive Strahlung
  • Infektionen durch Viren
  • Schimmelpilze
  • Diverse Chemikalien
  • Ernährung
  • Hormone

Hormonelle Ursachen

Je länger der gesamte Zeitraum, in dem der Hormonspiegel einer Frau monatlich schwankt, desto höher die Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Kinderlosigkeit oder ein höheres Alter bei der ersten Geburt wirken sich erhöhen auch das Risiko. Umgekehrt verringern mehrere beziehungsweise frühe Geburten und längere Stillzeiten das Erkrankungsrisiko.

Eine Hormonersatztherapie in und nach den Wechseljahren, insbesondere mit einer Kombination aus Östrogenen und Gestagenen, steigert das Risiko an Brustkrebs zu erkranken.

Die Pille beeinflusst die Erkrankungshäufigkeit nur wenig.

Genetische Ursachen

Eine genetische Häufung von Brust- oder Eierstockkrebserkrankungen ist ein Risikofaktor. Eine Veränderung der Brustkrebsgene  BRCA1 und BRCA2 liegt bei ca. 5 Prozent aller Brustkrebsdiagnosen zugrunde. D.h. das Risiko das genetische Faktoren den Brustkrebs begünstigen und damit verursachen ist relativ gering.

Dabei definiert sich das Risiko in der Regel über die hohe Anfälligkeit durch äußere Einflüsse Zellschädigungen und damit eine unkontrollierte Wucherung  zu begünstigen.

Wenn man zu der genetischen Risikogruppe gehört, dann besteht ein Risiko von durchschnittlich 65%, vereinzelt auch über 80%  an Brustkrebs zu erkranken. Wenn eine Brust bereits befallen wurde ist das Risiko, dass die zweite Brust erkrankt mit über 60% auch sehr hoch.

Die bisherigen Studien dazu muss man allerdings mit Vorsicht verwenden, da es bei Familien auch viele andere Gene gibt, die geteilt werden und damit mit Einfluss auf die Anfälligkeit für Brustkrebs sein können. Außerdem leben Familien oft unter ähnlichen Lebensumständen (Region, Essen, Klima …) die ebenfalls für Zellschädigungen verantwortlich sein können.

Brustkrebs erkennen und Knoten fühlen

Obwohl der Brustkrebs der häufigste Krebs bei Frauen ist, wird bei mehr als drei Viertel aller tastbaren Knoten oder Brusttumoren kein Krebs diagnostiziert, sondern eine gutartige Wucherung festgestellt. Bei vielen, von den Frauen selbst ertasteten Knoten in der Brust liegt keine Geschwulst vor, sondern nur eine Zyste oder eine untypisches Wachstum. Gutartige, echte Geschwülste gehen häufig vom Bindegewebe (Fibroadenom) und manchmal von den Fettzellen aus (Lipome).

Bösartige Tumore der Brust (Mammakarzinome) gehen meist vom Drüsenanteil der Brust aus. Dabei in der Regel von den Milchgängen und eher selten von den Drüsenläppchen.

Diagnose des Brustkrebs

  • Abtasten der Brust
  • Mammographie
  • Ultraschall
  • Kernspintomographie
  • Probeentnahmen ohne Operation
  • Feinnadelpunktionen
  • Hochgeschwindigkeitsstanzen
  • Stereotaktische Stanzbiopsie

Eine Kombination der Verfahren ermöglicht eine sichere Diagnose auch ohne eine operative Gewebe Entnahme.

Chemotherapie bei Brustkrebs

Brustkrebspatientinnen können in unterschiedlichen Phasen der Erkrankung an Brustkrebs von einer Chemotherapie profitieren:

  • Eine Chemotherapie kann Operation und Bestrahlung ergänzen. Die Chemotherapie kann das Risiko für einen Rückfall und das Risiko für Metastasen verringern: Sie zielt auf Tumorzellen, die unsichtbar im Gewebe zurückbleiben. Man bezeichnet sie in diesem Fall als adjuvante Chemotherapie. Die adjuvante Chemotherapie kommt für Frauen infrage, bei denen eine adjuvante Antihormontherapie nicht wirken würde, weil ihr Tumor hormonunabhängig wächst.
  • Die adjuvante Chemotherapie wird aber auch Frauen mit hormonsensiblen Tumoren empfohlen, wenn von vornherein ein hohes Rückfallrisiko befürchtet wird.
  • Eine Chemotherapie noch vor der Operation kann ebenfalls das Risiko für Rückfall und Metastasen verringern. Vor der Operation soll die Chemotherapie zudem den Tumor verkleinern. Frauen können dann trotz großer Tumoren brusterhaltend operiert werden. Diese Form der Behandlung wird neoadjuvant genannt.
  • Bei einem inflammatorischen Mammakarzinom
  • Wenn sich der Brustkrebs ausgebreitet hat und andere Organe durch Brustkrebsmetastasen befallen sind. Die Therapie soll das Tumorwachstum eindämmen und krankheitsbedingte Beschwerden lindern.

Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Brustkrebs

  • Haarausfall
  • Schleimhautentzündungen im Mund, Darm, Genitalien
  • Vermehrt Infektionsanfällig
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen

Brustkrebs vorbeugen und behandeln

Eierstöcke entfernen

Frauen mit einem hohen Risiko für Brustkrebs wird empfohlen, neben der Brustgewebsentfernung auch die Eierstöcke entfernen zu lassen. Dieser Eingriff findet immer unter Vollnarkose statt. Die Operation kann schonend endoskopisch durch ein paar kleine Hautschnitte durchgeführt werden.

Nach dem Eingriff fehlt die Hormonproduktion der Eierstöcke. Dadurch wird das Gehirn bis hin zum Stoffwechsel beeinflusst.

  • Östrogen
  • Gelbkörperhormon (Progesteron)
  • Testosteron

Schon einige Jahre vor der Menopause beginnt der Spiegel des Progesterons abzunehmen. Mit dem Eintritt in die Wechseljahre kann sich die Östrogenproduktion sehr stark reduzieren. Es wird fast nur noch Testosteron produziert.

Auswirkungen der Eierstockentfernung

Progesteronmangel kann zu depressiven Verstimmungen führen. Zu wenig Progesteron kann aber auch zu Wassereinlagerungen führen, zu Venenschmerzen und zur Blähung des Darmes.

Östrogene sorgen für die Schönheit von Haut und Haar. Sie erweitern die Blutgefäße und regulieren damit den Blutdruck. Östrogene regulieren den Cholesterinspiegel und senken das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Zudem  sorgen Sie weiterhin für die Befeuchtung der Schleimhäute.

Testosteron ist für eine starke Knochenmasse, das Muskelgewebe, die Spannung und Dicke der Haut verantwortlich. Es hilft beim Muskelaufbau, reduziert die Körperfettproduktion, verbessert die Denkfähigkeit, sorgt für den notwendigen Antrieb und wirkt gegen Depressionen und Herzerkrankungen. Schließlich ist Testosteron entscheidend für die Libidio.

Brustamputation und BrustImplantate

Im Rahmen einer Brustamputation wird der Körper der Brustdrüsen in beiden Brüsten entfernt, um das Krebsrisiko drastisch zu senken. Nach Absprache mit dem Chirurg kann die Brustwarze bzw. die Haut des Brustwarzenhof erhalten bleiben. Damit wird jedoch das Brustrisiko erhöht, da noch Teile des Brustdrüsengewebes an der Haut den Prozess überleben können.

Der Wiederaufbau der Brust kann mit Eigenfett oder Silikonimplantaten erfolgen. Derzeit ist der Weg mit Silikonimplantat schneller und das Ergebnis am Ende auch optisch ansprechender. Zudem baucht es für die Eigenfett-Gewinnung genug körpereigenes Fett, das erstmal vorhanden sein muss.

Wiederherstellung der Brust mit Implantat, Eigenfett oder Kochsalz

Wird eine Kochsalzlösung als Füllmaterial gewünscht, wird dieser Eingriff nur mit einem kleinen Schnitt (4-6 cm) durchgeführt, da das eingeführte Silikonkissen erst nach dem Einsetzen mit dieser Lösung gefüllt wird.

Eigenfett als Füllmaterial wird kontrovers diskutiert, begründet durch den möglichen Abbau des Eigenfetts innerhalb des ersten Jahres, wodurch weitere operative Nachkorrekturen notwendig sind. Inzwischen gibt es aber verbesserte Methoden zur Eigenfettgewinnung und Aufbereitung, so dass der Prozentsatz an Fettzellen, die nicht anwachsen sondern absterben und von Körper abtransportiert werden, immer geringer ist.

Silikonimplantate der aktuellen Generation bieten einen guten Schutz vor dem Auslaufen. Die Form ist ausgewogen und wirkt realistischer als Kochsalzlösungen. Silikon-Implantate sind sehr formstabil und zum Wiederaufbau bei Brustkrebs geeignet.

Preis - Kosten in Euro: 

0- 6000

Fazit: 

Operationsart

Am Beispiel Brust-Implantant - meist Vollnarkose

Operationsdauer

ca. 1 Stunde

Stationärer Aufenthalt

1-3 Tage

Pflege

 

Ergebnis

meist gut

Arbeitsfähigkeit

nach ca. 2-3 Wochen

Risiken

  • Da das Implantat von einem Bindegewebe umwachsen wird, kann sich dieses Gewebe u.U. zusammenziehen. Dadurch bildet sich eine Verhärtung, die schmerzhaft sein kann. Diese kann nur vom Arzt durch eine neuerliche Operation gelöst werden
  • Bei auftretenden Entzündungen muss evtl. das Implantat vorübergehend entfernt werden, um das Gewebe wieder beruhigen zu können
  • Wird der Einschnitt um die Brustwarze durchgeführt, können die Milchgänge verletzt werden, was die Stillfähigkeit beeinträchtigen kann
  • Blutungen und Blutergüsse
  • Nach einem Sturz oder Unfall sollte der Arzt dringend aufgesucht werden, um untersuchen zu lassen, ob das Implantat beschädigt wurde
  • Veränderung der Sensibilität der Brustwarzen und der Brüste
  • Spannungsgefühle in der Brust können einige Zeit vorherrschen, auch nach dem Fliegen oder Tauchen (hier 1-2 Tage)
  • Bei Röntgenuntersuchungen sollte jeder Arzt darauf aufmerksam gemacht werden, dass ein Brustimplantat eingesetzt wurde, da dieses oft undurchlässig im Röntgenbild erscheint

Haltbarkeit

ca. 8-15 Jahre

Operationserfolg

nach ca. 3 bis 6 Monaten beurteilbar

Ratgeber: 

Wenn es in der näheren Verwandtschaft zwei oder mehr Fälle von Brustkrebs gab, sollte man frühzeitig vor dem 40ten Lebensjahr zum Frauenarzt gehen und sich auf den Gendefekt untersuchen lassen. Ist dieser festgestellt ist es ratsam, dass man sich in regelmäßig in kurzen Abständen  untersuchen oder operieren lässt. Das hohe Krebsrisiko durch Vererbung kann man nur operativ lösen und das muss jede Frau für sich selbst entscheiden.

Das moderate Risiko von knapp 10% während der Lebenszeit einer Frau an Brustkrebs zu erkranken ist noch kein Anlass sich operieren zu lassen. Ab einem Alter von 40 Jahren sollte man sich regelmäßig untersuchen lassen.

Vor der Operation:

Brustgewebsentfernung und Brustimplantat

  • 10 Tage vorher keine blutverdünnende Mittel
  • 10 Tage zuvor kein Zigaretten- und Alkoholkonsum

Nach der Operation:

Brustgewebsentfernung und Brustimplantat

  • Mind. 2 Wochen Verband zur Formerhaltung
  • 2 Monate einen Sport BH tragen
  • 1 Monat keine Sonnenbäder
  • 2 bis 3 Monate kein schweres Heben und Tragen
  • 6-8 Wochen auf dem Rücken schlafen

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