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Brustrekonstruktion bei Brustkrebs

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Obwohl der Brustkrebs der häufigste Krebs bei Frauen ist, wird bei mehr als drei Viertel aller tastbaren Knoten oder Brusttumoren kein Krebs diagnostiziert, sondern eine gutartige Wucherung festgestellt. Bei vielen, von den Frauen selbst ertasteten Knoten in der Brust liegt keine Geschwulst vor, sondern nur eine Zyste oder eine untypisches Wachstum. Gutartige, echte Geschwülste gehen häufig vom Bindegewebe (Fibroadenom) und manchmal von den Fettzellen aus (Lipome).

Bösartige Tumore der Brust (Mammakarzinome) gehen meist vom Drüsenanteil der Brust aus. Dabei in der Regel von den Milchgängen und eher selten von den Drüsenläppchen.

Diagnose des Brustkrebs

  • Abtasten der Brust
  • Mammographie
  • Ultraschall
  • Kernspintomographie
  • Probeentnahmen ohne Operation
  • Feinnadelpunktionen
  • Hochgeschwindigkeitsstanzen
  • Stereotaktische Stanzbiopsie

Eine Kombination der Verfahren ermöglicht eine sichere Diagnose auch ohne eine operative Gewebe Entnahme.

Chemotherapie bei Brustkrebs

Brustkrebspatientinnen können in unterschiedlichen Phasen der Erkrankung an Brustkrebs von einer Chemotherapie profitieren:

  • Eine Chemotherapie kann Operation und Bestrahlung ergänzen. Die Chemotherapie kann das Risiko für einen Rückfall und das Risiko für Metastasen verringern: Sie zielt auf Tumorzellen, die unsichtbar im Gewebe zurückbleiben. Man bezeichnet sie in diesem Fall als adjuvante Chemotherapie. Die adjuvante Chemotherapie kommt für Frauen infrage, bei denen eine adjuvante Antihormontherapie nicht wirken würde, weil ihr Tumor hormonunabhängig wächst.
  • Die adjuvante Chemotherapie wird aber auch Frauen mit hormonsensiblen Tumoren empfohlen, wenn von vornherein ein hohes Rückfallrisiko befürchtet wird.
  • Eine Chemotherapie noch vor der Operation kann ebenfalls das Risiko für Rückfall und Metastasen verringern. Vor der Operation soll die Chemotherapie zudem den Tumor verkleinern. Frauen können dann trotz großer Tumoren brusterhaltend operiert werden. Diese Form der Behandlung wird neoadjuvant genannt.
  • Bei einem inflammatorischen Mammakarzinom
  • Wenn sich der Brustkrebs ausgebreitet hat und andere Organe durch Brustkrebsmetastasen befallen sind. Die Therapie soll das Tumorwachstum eindämmen und krankheitsbedingte Beschwerden lindern.

Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Brustkrebs

  • Haarausfall
  • Schleimhautentzündungen im Mund, Darm, Genitalien
  • Vermehrt Infektionsanfällig
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen

Brustkrebs vorbeugen und behandeln

Eierstöcke entfernen

Frauen mit einem hohen Risiko für Brustkrebs wird empfohlen, neben der Brustgewebsentfernung auch die Eierstöcke entfernen zu lassen. Dieser Eingriff findet immer unter Vollnarkose statt. Die Operation kann schonend endoskopisch durch ein paar kleine Hautschnitte durchgeführt werden.

Nach dem Eingriff fehlt die Hormonproduktion der Eierstöcke. Dadurch wird das Gehirn bis hin zum Stoffwechsel beeinflusst.

  • Östrogen
  • Gelbkörperhormon (Progesteron)
  • Testosteron

Schon einige Jahre vor der Menopause beginnt der Spiegel des Progesterons abzunehmen. Mit dem Eintritt in die Wechseljahre kann sich die Östrogenproduktion sehr stark reduzieren. Es wird fast nur noch Testosteron produziert.

Auswirkungen der Eierstockentfernung

Progesteronmangel kann zu depressiven Verstimmungen führen. Zu wenig Progesteron kann aber auch zu Wassereinlagerungen führen, zu Venenschmerzen und zur Blähung des Darmes.

Östrogene sorgen für die Schönheit von Haut und Haar. Sie erweitern die Blutgefäße und regulieren damit den Blutdruck. Östrogene regulieren den Cholesterinspiegel und senken das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Zudem  sorgen Sie weiterhin für die Befeuchtung der Schleimhäute.

Testosteron ist für eine starke Knochenmasse, das Muskelgewebe, die Spannung und Dicke der Haut verantwortlich. Es hilft beim Muskelaufbau, reduziert die Körperfettproduktion, verbessert die Denkfähigkeit, sorgt für den notwendigen Antrieb und wirkt gegen Depressionen und Herzerkrankungen. Schließlich ist Testosteron entscheidend für die Libidio.

Brustamputation und BrustImplantate

Im Rahmen einer Brustamputation wird der Körper der Brustdrüsen in beiden Brüsten entfernt, um das Krebsrisiko drastisch zu senken. Nach Absprache mit dem Chirurg kann die Brustwarze bzw. die Haut des Brustwarzenhof erhalten bleiben. Damit wird jedoch das Brustrisiko erhöht, da noch Teile des Brustdrüsengewebes an der Haut den Prozess überleben können.

Der Wiederaufbau der Brust kann mit Eigenfett oder Silikonimplantaten erfolgen. Derzeit ist der Weg mit Silikonimplantat schneller und das Ergebnis am Ende auch optisch ansprechender. Zudem baucht es für die Eigenfett-Gewinnung genug körpereigenes Fett, das erstmal vorhanden sein muss.

Wiederherstellung der Brust mit Implantat, Eigenfett oder Kochsalz

Wird eine Kochsalzlösung als Füllmaterial gewünscht, wird dieser Eingriff nur mit einem kleinen Schnitt (4-6 cm) durchgeführt, da das eingeführte Silikonkissen erst nach dem Einsetzen mit dieser Lösung gefüllt wird.

Eigenfett als Füllmaterial wird kontrovers diskutiert, begründet durch den möglichen Abbau des Eigenfetts innerhalb des ersten Jahres, wodurch weitere operative Nachkorrekturen notwendig sind. Inzwischen gibt es aber verbesserte Methoden zur Eigenfettgewinnung und Aufbereitung, so dass der Prozentsatz an Fettzellen, die nicht anwachsen sondern absterben und von Körper abtransportiert werden, immer geringer ist.

Silikonimplantate der aktuellen Generation bieten einen guten Schutz vor dem Auslaufen. Die Form ist ausgewogen und wirkt realistischer als Kochsalzlösungen. Silikon-Implantate sind sehr formstabil und zum Wiederaufbau bei Brustkrebs geeignet.

 

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Operationserfolg

Bei ca. 60 - 80 % aller Brustkrebspatienten kann der Tumor herausoperiert werden. Muss die Brust doch amputiert werden, kann heutzutage durch den enormen Fortschritt der Wissenschaft der Plastische Chirurg mit einer Aufbauplastik "Rekonstruktions-Mammaplastik“ die Brust wieder herstellen.
 
Dabei wird bei mindestens 60 % dieser Operationen Brusterhaltend operiert. Bevor jedoch die Operation vorgenommen wird, ist die Frage einer Eigenblutentnahme zu überdenken, da die Risiken einer Fremdblutübertragung dadurch vermieden werden.
 
Methoden zur Brustrekonstruktion

  • Brustrekonstruktion mit Eigengewebe (meist aus der Bauchgegend)
  • Kunststoffimplantat
  • Hautexpander-Technik, bei der ein leerer Kunststoffbeutel unter den Brustmuskel gelegt und in einem Zeitraum von ca. 2 Monaten in regelmäßigen Abständen mit Kochsalzlösung gefüllt wird, bis das maximalste Ergebnis erreicht wird; nach ca. 6 Monaten kann dann das Implantat gegen ein Silikonkissen ausgetauscht werden.

Preis - Kosten in Euro: 

0 -5500

Fazit: 

Operationsart

Vollnarkose

Operationsdauer

3 - 6 Stunden bei der Entnahme eines Eigengewebes
1 - 2 Stunden bei Einsetzen eines Implantates

Stationärer Aufenthalt

1 - 2 Wochen

Arbeitsfähigkeit

nach ca. 3 - 8 Wochen (je nach Art der Operation)

Risiken

  • Da das Implantat von einem Bindegewebe umwachsen wird, kann sich dieses Gewebe u.U. zusammenziehen. Dadurch bildet sich eine Verhärtung, die schmerzhaft sein kann. Diese kann nur vom Arzt durch eine neuerliche Operation gelöst werden
  • Bei auftretenden Entzündungen muss evtl. das Implantat vorübergehend entfernt werden, um das Gewebe wieder beruhigen zu können
  • Wird der Einschnitt um die Brustwarze durchgeführt, können die Milchgänge verletzt werden, was die Stillfähigkeit beeinträchtigen kann
  • Blutungen und Blutergüsse
  • Nach einem Sturz oder Unfall sollte der Arzt dringend aufgesucht werden, um untersuchen zu lassen, ob das Implantat beschädigt wurde
  • Veränderung der Sensibilität der Brustwarzen und der Brüste
  • Spannungsgefühle in der Brust können einige Zeit vorherrschen, auch nach dem Fliegen oder Tauchen (hier 1-2 Tage)
  • Bei Röntgenuntersuchungen sollte jeder Arzt darauf aufmerksam gemacht werden, dass ein Brustimplantat eingesetzt wurde, da dieses oft undurchlässig im Röntgenbild erscheint

Haltbarkeit

Bei Verwendung eines Implantats, je nach Implantat ca. 8 - 15 Jahre

Krankenkasse

Brustkrebsoperationen werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen

Ratgeber: 

Wenn es in der näheren Verwandtschaft zwei oder mehr Fälle von Brustkrebs gab, sollte man frühzeitig vor dem 40ten Lebensjahr zum Frauenarzt gehen und sich auf den Gendefekt untersuchen lassen. Ist dieser festgestellt ist es ratsam, dass man sich in regelmäßig in kurzen Abständen  untersuchen oder operieren lässt. Das hohe Krebsrisiko durch Vererbung kann man nur operativ lösen und das muss jede Frau für sich selbst entscheiden.

Das moderate Risiko von knapp 10% während der Lebenszeit einer Frau an Brustkrebs zu erkranken ist noch kein Anlass sich operieren zu lassen. Ab einem Alter von 40 Jahren sollte man sich regelmäßig untersuchen lassen.

Vor der Operation:

Brustgewebsentfernung und Brustimplantat

  • 10 Tage vorher keine blutverdünnende Mittel
  • 10 Tage zuvor kein Zigaretten- und Alkoholkonsum

Nach der Operation:

Brustgewebsentfernung und Brustimplantat

  • Mind. 2 Wochen Verband zur Formerhaltung
  • 2 Monate einen Sport BH tragen
  • 1 Monat keine Sonnenbäder
  • 2 bis 3 Monate kein schweres Heben und Tragen
  • 6-8 Wochen auf dem Rücken schlafen

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