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Brustvergrösserung

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Viele Frauen leiden unter einer zu kleinen Brust oder einer Brust, deren Form nicht dem selbst gestellten Schönheitsideal entspricht. Ernährung, Sport oder Hormon-Therapien helfen nur in einem begrenzten Maße. Durch den Alterungsprozesses, hormonelle Veränderungen, Krankheiten, Schwangerschaften und Diäten verändern sich die Brüste und viele wollen dem Prozess frühzeitig mit einer Brustvergrößerung entgegenwirken.

Ablauf der Brust-Operation

Vorbereitung und Vorgespräch

Vor der Operation führt der Plastische Chirurg ein Gespräch zur Klärung der letzten offenen Fragen und erklärt nochmal kurz den Ablauf der Operation. Zu dem Termin muss man nüchtern kommen. D.h. man nimmt die letzte Mahlzeit meist am Abend zuvor ein und lässt das Frühstück weg. Nach der letzten Mahlzeit ist aber noch ein kleiner Imbiss wie Salzstangen oder ein Stück Obst in Ordnung. Mindestens die letzten sechs bis acht Stunden vor Beginn der Untersuchung oder Operation sollte man aber gar nichts mehr essen. Vor einer Operation sollte man außerdem aufs Rauchen verzichten. Medikamente dürfen nur nach vorheriger Absprache mit dem Arzt genommen werden.

Narkose

Danach klärt der Anästhesist letzte Fragen für die geplante Vollnarkose. Zumeist hat man bereits im Vorfeld einen persönlichen Fragebogen für die Narkose ausgefüllt, da jede Anästhesie mit gewissen Risiken verbunden ist.

Mittlerweile werden Brustvergrößerungen auch mit einer schonenden, angenehmen und kurzen Dämmerschlafnarkose durchgeführt. Dabei werden dem Schlafmittel kurz wirkende Schmerzmittel für die OP zugeführt. Die Medikamente sind in der Regel gut verträglich.

Auch bei einer Vollnarkose werden möglichst schonende, kurzwirksame Schlaf- und Schmerzmedikamente über die Vene verabreicht. Ergänzend dazu wird man aber über einen Schlauch im Hals beatmet.  Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufprobleme treten bei modernen Vollnarkosen selten auf.

Brust Operation als klassische Brustvergrößerung

Bei der klassischen Brustvergrößerung wird in der Hautfalte unter der Brust ein Schnitt gesetzt. Über die Öffnung in der Haut kann das Brustimplantat in der Brust über dem Brustmuskel, teilweise unter dem Brustmuskel oder komplett unter den Muskeln platziert werden. Diese Operationstechnik verwenden die Plastischen Chirurgen,  wenn Sie die Operation einfach und kontrolliert durchführen wollen.

Größter Nachteil der Operationstechnik ist, dass die Narben in der Brust-Hautfalte im Liegen sichtbar sind. Bei sehr guter Narbenpflege oder mit anschließender Narbenbehandlung per Laser kann die Narbe gut aufhellen und deutlich schwerer zu erkennen sein.

Brust OP als endoskopische Brustvergrößerung

Implantate werden über einen sehr kleinen Schnitt mit der Schlüssellochchirurgie an die gewünschte Stelle gebracht. Das Verfahren ist deutlich schonender und die Heilung von kleinen Schnitten kann der Körper schneller verarbeiten. Für den Schnitt gibt es aktuell 2 Stellen. Die Achselregion und die Brustwarze.

Die Brustimplantate werden mit Unterstützung einer Mini-Kamera über die Achselhöhle eingeführt. Die Haut im Brustbereich wird nicht verletzt und hat keine Narben. Der Zusammenhang zwischen einer Narbe in der Achselhöhle und einer Brust Vergrößerung ist für andere dann kaum herzustellen. Außer der größeren Brust gibt es keinen offensichtlichen Hinweis, dass man sich für eine Brustvergrößerung entschieden hat.

Am Ende der Operation werden Drainageschläuche zum Abfluss von Blut und Wundsekret gelegt, die meist nach ein bis zwei Tagen wieder entfernt werden können. Die Wunde wird mit feinen Nähten verschlossen. Die Operationsdauer beträgt ca. 1  bis 2 Stunden. In der Regel ist ein stationärer Aufenthalt von 1 - 3 Tagen empfehlenswert, falls man sich nicht für eine ambulante Variante entschieden hat. Das hängt stark davon ab wie schonend die OP durchgeführt wurde und wie schnell man sich direkt nach Operationen erholt.

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Brustimplantate

Chirurgen setzen in der Regel Implantate in einer Größe von ca. 200 oder auch mehr Kubikzentimeter aus Silikon ein. Diese sind heutzutage in ihrer Zusammensetzung (Silikongel, Hydrogel, Öl) so gut verarbeitet, dass sie einen sehr hohen Schutz vor Verletzungen, Auslaufen oder starken Druck bieten.
 
Der Nachteil beim Einsetzen von Silikonimplantaten besteht vor allem darin, wenn Mammographien zur Früherkennung von Brustkrebs durchgeführt werden, sie ein unklares Röntgenbild ergeben können. Außerdem kann bei schweren Unfällen das Silikongel von Implantaten mit wenig Form- und Schnittfestigkeit aus der Hülle austreten.
 
Kochsalz Implantate werden in Europa kaum eingesetzt außer die Patientin wünscht dies explizit. Vorteil der Implantate ist, dass bei einer Beschädigung des Implantats der Austritt der Kochsalzlösung gesundheitlich unbedenklich ist. Mittlerweile gibt es aber Silikongel Implantate, die nicht mehr auslaufen können. Zudem wirken Kochsalz Implantate deutlich weniger natürlich und sind weniger gefühlsecht.

Eigenfett statt Implantat

Eigenfett als Füllmaterial wird seltener durchgeführt, begründet durch den möglichen Abbau des Eigenfetts innerhalb des ersten Jahres, wodurch weitere operative Nachkorrekturen notwendig sind. Inzwischen gibt es verbesserte Methoden zur Eigenfettgewinnung und Aufbereitung, so dass der Prozentsatz an Fettzellen, die nicht anwachsen sondern absterben und von Körper abtransportiert werden, immer geringer ist.

Zudem können mit Eigenfett nur kleine Brustvergrößerungen mit weniger als einer Körbchengröße durchgeführt werden.

Die Fettzellen werden für diesen Eingriff mit viel Wasser abgesaugt und in einem sterilen Behälter gesammelt. Danach wird das eigene, reine Fettgewebe ohne Zusätze unterhalb der Brustdrüse verteilt. Die Fettlösung bildet danach Blutgefäße und verwächst mit dem umgebenden Gewebe.

Operationsentscheidungen zur Brustvergrößerung

Ein seriöser Chirurg wird im Vorgespräch mit Ihnen die für Sie optimale OP empfehlen. Das hängt von dem gewünschten/empfohlenen Implantat-Volumen, Implantat-Form und Implantat-Typ ab. Außerdem ist die eigene Figur entscheidend. Sehr schlanke Frauen haben weniger Gewebe im Brustbereich und tragen das Implantat eventuell lieber unter dem Brustmuskel, damit sich das Implantat nicht so deutlich abzeichnet, was aber wiederum mit einem höheren Risiko des Verrutschens verbunden ist. Andererseits gibt es mittlerweile anpassbare Implantate, die postoperativ formbeständig sind.

  • Implantat unter dem Brustmuskel
  • Implantat teilweise unter dem Brustmuskel
  • Implantat über dem Brustmuskel
  • Implantat-Form
  • Implantat-Füllung (Silikongel, Kochsalz oder anpassbare Kombinationen)
  • Statt Implantat Eigenfett als Füllmaterial
  • Silikongeltyp (Schnittfestigkeit, Formfestigkeit bzw. Kohäsivitätsstufen)
  • Implantat-Hülle (glatt, strukturiert)
  • Hautschnitt unter der Achsel
  • Hautschnitt an der Brustwarze
  • Hautschnitt in der Hautfalte unter der Brust

Brustvergrößerung mit dem Implantat unter dem Brustmuskel

Das Implantat kann dabei „submuskulär“ entweder komplett unter den Brustmuskeln oder „subpectoral“ teilweise unter dem Brustmuskel platziert werden. Bei der teilweisen Abdeckung wird der große Brustmuskel auf der unteren Seite abgelöst und dann neu positioniert. In der Regel entstehen dadurch aber keine Funktionsstörungen oder langfristige Beschwerden.

Vorteile eines Implantats unter dem Brustmuskel

  • Mehr Dekolleté durch Stützung unter dem Brustmuskels
  • Im Verlauf der Jahre danach keine Hängebrust, da die Implantate in der Brust vom Brustmuskel gehalten werden
  • Implantat kann sich nicht auf der Haut abzeichnen
  • Weniger sichtbare Falten- oder Strukturbildung bei bestimmten Implantaten
  • Für sehr schlanke Frauen geeignet

Nachteile eines Implantats unter dem Brustmuskel

  • Modellierung der Brustform schwieriger, da der Muskel darüber liegt
  • Schmerzhafter nach der OP
  • Nicht geeignet für Frauen, die den Oberkörper stärker trainieren oder beanspruchen
  • Chirurgisch anspruchsvolle OP mit mehr Risiko
  • Für gewölbte Brustkörbe eher nicht geeignet
  • Im Verlauf der Jahre danach besteht ein Risiko eines breiteren Dekolleté

Brustvergrößerung mit dem Implantat über dem Brustmuskel

Über dem Brustmuskel wird das Implantat entweder zwischen dem Muskel und der Brustdrüse oder vor dem Brustmuskelgewebe, aber unter aber unter den Weichteil-Komponenten des Bindegewebes platziert. Die Position unter dem Bindegewebe minimiert die sichtbaren Konturen und gibt etwas mehr Halt.

Vorteile der Platzierung der Brustimplantate über dem Brustmuskel

  • Brustformen nach Wunsch mit natürlichem Aussehen  je nach Implantat
  • Die Brust OP ist unkomplizierter und weniger schmerzhaft
  • Etwas bessere Gefühlsechtheit je nach Implantat möglich
  • Verschiebung des Implantats durch Bewegungen kaum möglich
  • Größere Implantate möglich
  • Für unterschiedliche Brustkörbe geeignet
  • Geeignet für Frauen, die den Oberkörper stärker trainieren oder beanspruchen
  • Für Frauen mit normaler oder fülliger Figur gut geeignet

Nachteile

  • Implantatstruktur kann sich auf der Haut abzeichnen, vor allem im sichtbaren oberen Bereich
  • Implantatränder können je nach Implantat sichtbar werden
  • Nicht für sehr schlanke Frauen geeignet
  • Im Verlauf der Jahre danach besteht ein hohes Risiko einer Hängebrust bei großen Implantaten

Aktuelle Brustimplantate sind mit einem Silikon-Kohäsivgel gefüllt, das zuverlässig und sicher ist. Das Gel sorgt für eine einheitliche Form und für ein natürliches, dem Brustgewebe entsprechendes Aussehen. Gelgefüllte Brustimplantate sehen in der Regel natürlicher aus und fühlen sich natürlicher an. Die Außenhülle der Implantate ist glatt oder strukturiert .

Nach der Brustoperation

Die Aufwachphase vollzieht sich sehr schnell und kurz, da die Medikamente direkt nach der OP abgebaut werden. Nach einer Erholungsphase kann man vollständig wach und mit stabilen Kreislauf den Aufwachraum verlassen. Direkt nach der Brust OP oder am Tag danach wird der bügellose Sport-BH angelegt, welcher 4 bis 8 Wochen Tag und Nacht nach der OP getragen werden sollte. Schlafen auf dem Bauch ist für diese Zeit verboten, denn bei Seiten- oder Bauchlage könnten sich die Implantate verschieben oder in der Wundhöhle verdrehen.

In der Regel begibt man sich nach der OP in sein Zimmer in der Klinik oder kann nach schonenden OPs auch mit Begleitperson nach Hause. Chirurgen setzen meist selbstauflösende Fäden zum Vernähen der Wunden ein. Damit spart man sich das schmerzhafte Fädenziehen nach Operationen.

Die Wochen nach der OP muss man sich bei allen Tätigkeiten, die den Brustmuskel beanspruchen, einschränken. Das sind vor allem Über-Kopf-Tätigkeiten, wie sich an- und ausziehen, Gegenstände aus Regalen holen, Haare waschen, aber auch das Lenken beim Autofahren und anderen täglichen Tätigkeiten .

  • Nach dem Klinikaufenthalt wird man meist vom Arzt mit mehreren Nachsorge- und Kontrolluntersuchungen begleitet. Viele Ärzte oder Kliniken bieten dazu auch eine 24/7 Bereitschaft bei Problemen an.
  • Am Tag nach dem Eingriff werden die Drainagen entfernt und ein neuer Verband und der Spezial-BH (wieder) angelegt.
  • Eine Woche nach der Operation kommt man zu einer Kontrolluntersuchung, bei der der Verband gewechselt wird.
  • Zwei Wochen nach dem Eingriff werden die Pflaster entfernt.
  • Nach 3 bis 4 Wochen sollte mit einer Narbenbehandlung für mind. 3 Monate begonnen werden, sofern die Wundheilung abgeschlossen ist.
  • Eine weitere Kontrolluntersuchung erfolgt nach einem oder auch zwei Monaten
  • Die nächste Untersuchung erfolgt nach 6 Monaten, sofern keine Probleme aufgetreten sind
  • Weitere Kontrollen folgen dann nach Vereinbarung individuell.

Schmerzen nach der Brustvergrößerung

Nach der OP kommt es zu Wundschmerzen, Druckschmerzen und Schmerzen durch das Lösen des Brustmuskels. Die Schmerzen  können auch seitlich neben und unterhalb der Brust entstehen, wenn sich dort übermäßig Wundflüssigkeit und Blut ansammelt.

Am besten helfen  mittlere Schmerzmittel wie IBU600 und Kühlung der betroffenen Stellen. Nach einer Woche lassen die Schmerzen in der Regel nach, so dass man kaum noch Schmerzmittel oder Kühlung benötigt.

Wann sollte eine Brustvergrößerung nicht durchgeführt werden?

Bei Frauen mit einer aktiven Infektion oder mit einer bestehenden bzw. früheren Brustkrebserkrankung sollte keine Brustvergrößerung durchgeführt werden, wenn diese Infektion oder Brustkrebserkrankung nicht komplett ausgeheilt wurde. Die Brust OP darf ebenfalls nicht bei schwangeren oder stillenden Frauen durchgeführt werden. Frauen die später noch Babys stillen wollen müssen das Risiko einer Verletzung der Michgänge oder der der nahen Nervenstränge eingehen und sich bewusst sein, dass das Stillen bei beweglichen Implantaten schwieriger werden könnte.

Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Brustvergrößerung?

Bei extremer seelischer Beeinträchtigung durch eine klar erkennbar deformierte Brust kann ein Psychologe oder Gynäkologe eine Brustvergrößerung mit einem Attest empfehlen. Das Attest muss mit beigefügten Fotos und einem entsprechenden Kostenvoranschlag bei der jeweiligen Krankenkasse beantragt werden. Die Krankenkassen antworten im Schnitt innerhalb von 1 bis 2 Monaten.

Risiko Kapselfibrose

Das größte Risiko bei einer Brustvergrößerung ist die Kapselfibrose. Das heißt, dass sich um das Implantat eine Kapsel bilden kann. Fühlt die Brust sich hart und geschwollen an, kann es zu Schmerzen kommen. In diesem Falle wird der Chirurg zur Auswechslung des Implantates raten, vor allem, wenn man die Kapsel nicht von außen verformen kann. Die OP zur Entfernung oder zum Tausch des Implantats bringt wieder erneut Risiken mit sich.

Preis - Kosten in Euro: 

4000 - 6000

Fazit: 

Operationsart

meist Vollnarkose

Operationsdauer

ca. 1 Stunde

Stationärer Aufenthalt

1-3 Tage

Pflege

 

Ergebnis

meist gut

Arbeitsfähigkeit

nach ca. 2-3 Wochen

Risiken

  • Wenn sich das Bindegewebe um das Implantat verhärtet muss das Implantat entfernt werden.
  • Bei auftretenden Entzündungen muss evtl. das Implantat vorübergehend entfernt werden.
  • Wird der Einschnitt um die Brustwarze durchgeführt können die Milchgänge oder die nahen Nervenbahnen verletzt werden.
  • Nach einem schweren Sturz oder einer Verletzung im Brustbereich sollten die Implantate auf Beschädigungen untersucht werden
  • Veränderung der Sensibilität der Brustwarzen und der Brüste
  • Spannungsgefühle in der Brust können über Monate bestehen
  • Röntgenuntersuchungen z.B. zur Brustkrebsvorsroge sind erschwert.

Haltbarkeit

ca. 8-15 Jahre

Operationserfolg

nach ca. 3 bis 6 Monaten beurteilbar

Ratgeber: 

Vor der Operation:

  • 10 Tage vorher keine blutverdünnende Mittel
  • 10 Tage zuvor kein Zigaretten- und Alkoholkonsum

Nach der Operation:

  • Tragen eines BHs für mindestens 6-8 Wochen
  • keinerlei sportliche Aktivität für 6-8 Wochen
  • kein heißes Baden oder Duschen für mindestens 2-3 Wochen
  • mehrere Wochen keine Sonnenbäder
  • für mehrere Monate kein schweres Heben und Tragen
  • 6-8 Wochen auf dem Rücken schlafen

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