Aktuelle Themen

Kuenstliche Ohren

Thema: 

You Tube Video: 

In manchen Fällen ist es notwendig das komplette äußere Ohr in einer möglichst schönen Form herzustellen. Wenn wesentliche Teile des Ohrs für die Funktion des Hörens fehlen oder das Ohr auffällig unnatürlich wirkt, dann kann ein künstlich modelliertes Ohr helfen. Moderne Verfahren nutzen Stammzellen Kulturen auf Ohr Modellen aus dem 3D Drucker.

Das Ohr aus eigenem Gewebe aufbauen

In der Regel ist im Körper genug Rippenknorpel zur Verfügung, so dass körpereigenes Gewebe zum Aufbau des Ohrs verwendet werden kann. Der Rippenknorpel eignet sich ein wenig besser das Ohr zu formen, da dieser fester und stabiler in der modellierten Form ist. Je nach Fall kann der Chirurg auch Knorpel und Haut vom gesunden Ohr entfernen und dann entsprechend zum Aufbau des Ohres verwenden.

Erfahrene Ärzte formen aus dem eigenen Knorpelmaterial eine Ohrmuschel und bedecken die Form mit einem Stückchen entnommener Haut. Die Haut dafür wird von einer Stelle am Körper entnommen, wo es den Patienten am wenigsten stört, z.B. von den Oberschenkeln ein bis zu 8 Quadratzentimeter großes Hautstück. Bei einem operativen Aufbau eines Ohrs wird auch der Ohrknorpel vom gesunden Ohr und Hautlappen von der Rückseite des betroffenen Ohres verwendet.

Das Risiko von Komplikationen nach der OP ist so deutlich geringer, da nur köpereigenes Material für die Modellierung des Ohres verwendet wurde.

Die Rekonstruktion mit Gewebe aus Rippenknorpel ist ab dem 10. Lebensjahr möglich. Aus eigenem Rippenknorpel aufgebaute Ohrmuscheln können so noch etwas mit dem Körper mitwachsen. Die künstlich modellierten Ohren müssen für einen tollen ästhetischen Eindruck dann möglichst symmetrisch am Kopf sitzen.

Das Ohr mit einem Implantat aufbauen

Wenn nicht genug Knorpel zur Modellierung des Ohres vorhanden ist, dann kann das äußere Ohr auch mit einem Implantat geformt werden. Dabei verwendet der Chirurg für das Implantat ein Material, welches möglichst gut vom Körper vertragen wird.

Über das Ohr wird ein eigener Hautlappen gezogen, die Form angepasst und möglichst unauffällig vernäht.

Das Ohr im Labor züchten

In den USA wurde ein Verfahren geschaffen, um aus Stammzellen ein Ohr wachsen zu lassen. Zuerst wird dazu mit einem 3D Drucker ein Ohr passend zur jeweiligen Person modelliert und als Polymerform ausgedruckt.

Danach wird die Form mit zuvor entnommene Stammzellen des Patienten besiedelt. Mit der zunehmenden Besiedlung und Vernetzung der Zellen wird die Form überflüssig und löst sich auf. In dem Prozess sind Knorpelzellen entstanden, die das Ohr dann entsprechend formen.

Google Anzeige

Gründe für ein künstlich modelliertes Ohr

  • Tumore
  • Starke Einschränkung des Hörvermögens
  • Genetischer Defekt
  • Verbrennungen
  • Unfall

Risiken durch ein künstliches Ohr

  • Infektionen
  • Narbenbildung
  • Entzündungen
  • Abstoßung von Fäden
  • Bildung von Fisteln
  • Knorpelmissbildungen
  • Asymmetrische Ohren
  • Druckempflindlichkeit
  • Allergische Reaktionen

Ohren aus Kunststoff

Bei Problemen mit künstlichen Ohren aus eigenem Gewebe können auch Ohren komplett hergestellt aus Kunststoff verwendet werden. Das Ohr wird an Metallimplantaten am Kopf fixiert. Das künstliche Ohr kann einfach aufgesteckt oder abgenommen werden. Alternativ können auch Magnete oder spezielle Kleber angewendet werden.

Der Nachteil dieser Ohren ist, dass die farblichen Unterschiede der Haut durch die Sonne oder bei niedrigen und hohen Temperaturen nicht angepasst werden können. Damit ist so ein künstliches Ohr oft auffällig. Zudem müssen die Metallimplantate täglich gut gereinigt werden, um das Risiko für Entzündungen oder Infektionen zu minimieren. Das künstliche Ohr muss beim Schlafen abgenommen werden.

Kosten

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei medizinisch indizierten Fällen die Kosten. Wenn durch die Deformation des Ohrknorpels Probleme mit dem Hören einhergehen oder sich psychische Probleme manifestieren kann die OP notwendig sein, um weitere Komplikationen zu verhindern.

Preis - Kosten in Euro: 

8000 - 48000 mit Stammzellen

Fazit: 

Operationsart

Vollnarkose

Operationsdauer

1-2 Stunden, ggf. mehrere Eingriffe

Arbeitsfähigkeit

nach ca. 4 Wochen

Nachkorrektur

Frühestens nach 6 Monaten

Haltbarkeit

Meist dauerhaft

Risiken

  • Infektionen
  • Narbenbildung
  • Starke Schmerzen
  • Blutungen und Blutergüsse
  • Verkleinerung des Gehörgangs
  • Überempfindlichkeit (Berührung, Kälte …)
  • Fadenmaterialien, die zu allergischen Reaktionen führen
  • Fistelbildung an den Fäden
  • Asymmetrisches oder unschönes Ergebnis
OP-Erfolg

nach ein paar Monaten beurteilbar

Ratgeber: 

Das Fehlen der Ohrmuschel, des äußeren Gehörganges und eine Fehlbildung des Mittelohres nach der Geburt führt zu Schwerhörigkeit. Eine Lösung dazu sind implantierbare Hörgeräte.


Die OP dazu kann vor oder nach dem Ohrmuschelaufbau erfolgen. Ohne Hörverbesserung erfolgt der Ohrmuschelaufbau bei Mikrotie aus körpereigenem Material mit zwei OPs. Drei OPs sind notwendig, wenn ein Gehörgang und ein Trommelfell angelegt werden müssen.

Vor der Operation:

  • 10 Tage vorher keine blutverdünnende Mittel
  • 10 Tage zuvor kein Zigaretten- und Alkoholkonsum

Nach der Operation:

  • Ein Stirnband nachts für 2 bis 4 Wochen tragen.
  • Keine Sonnenbestrahlung und Saunabesuche für 4 Wochen
  • Kein Sport für 2 bis 4 Wochen
  • Auf Zigaretten- und Alkoholkonsum für 2 Wochen verzichten

Verwandte Themen: 

Google Anzeige

Kommentare

Freitag, November 24, 2017 - 21:15
Caieta46

Hallo,

mir wurden vor ca. 3 Wochen beide Augenlider gelasert. Die Heilung verlief ziemlich gut im Vergleich zu dem was ich gelesen habe. Die Unterlider sind noch leicht gerötet und an zwei Stellen etwas empfindlich. Die Haut ist nicht nur rot, sondern auch blau und immer noch ziemlich empfindlich.
Außerdem sind die Augenlider weiterhin leicht geschwollen. Ich hatte nach der Aufklärung durch den Arzt eigentlich gedacht, dass nach der Zeit die Schwellung der Lider weg ist. Ist das normal?
LG Caieta

Anzahl an Kommentaren: 8
Sonntag, Mai 26, 2019 - 14:41
Evelina-Wagner28

Hi,

ich habe 3 Brüder und 1 Schwester, die alle gegen schwere Pickel ankämpfen mussten. Bei meiner Schwester und mir hat es geholfen, die ganzen Pflegeprodukte umzustellen und die Ernährung umzustellen.

Wenig Zucker und Pommes schwächt, nachweißlich durch große Studien mit tausenden von Teilnehmern, die Akne tatsächlich ab. Begründet ist das in der niedrigeren Konzentrationen von Hormonen und Einflüssen, die eine Talgproduktion begünstigen.

Als Nebenwirkung nahmen die Teilnehmer der Studie mit der niedrigen glykämischen Last auch deutlich ab. Das heisst, dass mit einer niedrigen glykämischen Last sowohl entzündliche als auch nicht-entzündliche Hautprobleme reduzieren und die Größe der Talgdrüsen ebenfalls abnimmt.

Einer meiner Brüder mit starken Akne hat sich lasern lassen und das hat nach Monaten intensiver Behandlung auch geholfen. Was für einen die beste Lösung ist muss man selbst entscheiden. Meiner Meinung nach braucht es Lasern bei Akne im kleinen Umfang nicht.

LG Evelin

Anzahl an Kommentaren: 12
Freitag, August 8, 2014 - 16:38
Tandra

Hi Stefan

bevor Du Dich operieren lässt solltest Du mind. einmal Dich gründlcih von einem Dermatologen und einem Allgemein Mediziner untersuchen lassen, denn manchmal haben die Augenringe eine Ursache, die zuerst medizinisch behandelt werden sollte.

Ich hab mir die Augenringe lasern lassen, da bei mir ein übermässig starke Pigmentierung der Grund war. Ich musste 3 mal zum Facharzt anfangs ne knappe Stunde, danach etwas über 30 Minuten. Am besten Du machst das im Winter, denn die Augen kann man ja nicht verdecken und bis alles abgeheilt ist, dauerte es bei mir 5-6 Wochen.

Viel Glück
Tandra

Anzahl an Kommentaren: 2
Freitag, Januar 31, 2020 - 22:09
Lynn-28
Hallo, Das ist auf jeden Fall eine gute Idee. Ich war schon mal 2 Mal beim HNO Arzt wegen meiner Atemprobleme vor allem beim Schlafen. Dabei wurde mir eine schiefe Nasenscheidewand diagnostiziert. Die Kosten einer Nasenscheidewand OP werden immer von den Krankenkassen übernommen. Der HNO Arzt hat einen ärztlichen Bericht ausgestellt und konnte die OP selbst in einer Beleg Klinik durchführen. In Absprache mit dem Arzt habe ich noch meine Nasenfügel verkleinern lassen und kleine Hügel des Nasenhöcker entfernen lassen. Diese Eingriffe hat die Krankenkasse nicht gezahlt. Trotzdem ist mich das Ganze billiger gekommen, weil ich so nur anteilig Anästhesie und Honorare zahlen musste. LG Lynn
Anzahl an Kommentaren: 18
Freitag, September 20, 2013 - 22:03
Karin Schneider

Hallo Sven,

ich glaube, ich kann Dir ein paar Ratschläge geben.
Als erstes kann ich Dir sagen, dass abstehende Ohren schon gleich im Babyalter korrigiert werden können, da zu diesem Zeitpunkt die Knorpel noch sehr weich sind. Später kann man es in fast jedem Alter durchführen lassen.

Ist, wie in Ihrem Fall, eine psychische Belastung damit verbunden, würde ich wenigstens zwei ärztliche Meinungen von Plastischen Schönheitschirurgen im HNO-Bereich einholen.
Die Operation findet hinter der Ohrmuschel statt, sodass die Narben kaum zu sehen sind.

Nach der Operation müssen natürlich die Ohren an den Kopf fixiert bleiben, das geschieht zuerst mit einem Kopfverband und anschließend mit einem Stirnband für mindestens 14 Tage. Je länger man dieses trägt, desto besser. Das Tragen des Stirnbandes kann auch ein bißchen später nur für die Nacht verordnet werden.

In der Nacht unbedingt in der ersten Zeit am Rücken schlafen, damit keine Verschiebung mit dem Gewebe stattfindet.

Falls der Hausarzt keine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung ausstellt und die gesetzliche Krankenkasse keine Zahlung übernimmt, würde ich für eine "Ohrenbegradigung" im höchsten Fall mit ca. 2000 Euro rechnen. Aber wie gesagt, man sollte sich trotzdem bei den Plastischen Schönheitschirurgen mehrfach umhören. Je nach Arzt und dessen Möglichkeiten kann evt.! der Eingriff sogar ambulant vorgenommen werden.

Grüsse
Karin

Anzahl an Kommentaren: 2