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Tattoos entfernen

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Jeder Vierte möchte zumindest eine seiner Tätowierungen wieder entfernen lassen. Viele Methoden sind auf dem Markt und verwirren eher, als dass man sich konkret entscheiden könnte. Wir haben die Methoden mit einander verglichen.

Tattoo Historie

Tätowierungen gibt es bereits seit 7000 Jahren und ganz im Gegensatz zur allgemeinen Annahme wurden die ersten Tattoos nicht im asiatischen Raum gefunden sondern im nördlichen Chile. Tätowierungen hatten, anders als heute, oft einen gesellschaftlichen, rituellen oder sakralen Hintergrund und konnten nachträglich auch nicht mehr entfernt werden. Tattoos zu entfernen oder zu korrigieren ist heutzutage aber kein Problem mehr. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Tattoo entfernen per Laser

Bei der Standard-Laserbehandlung (YAG-Laser, Rubinlaser) wurden und werden noch die in die Haut eingebrachten Farbpigmente mit einer Komplementärfarbe so lange in bis zu 10 Sitzungen bestrahlt bis die Farbe verblasst. Komplementärfarben sind Farben, die gemischt einen Grauton ergeben. Bei dieser Methode erleidet die Haut Verbrennungen und es kann sich Narbengewebe bilden

Eine weitere Laserbehandlung (PicoSure) basiert auf einer Methode eingeführt in 2012, bei der die Farbpigmente durch einen kurzen Laserimpuls zerstört werden und anschließend über den Blutkreislauf abtransportiert werden. Diese Methode verspricht aktuell die besten Ergebnisse und erfordert bei Tattoos nicht größer als zwei Handflächen weniger als 3 Sitzungen.

Tätowierungen aus einem deutschen legalen Tattoo-Studio verwenden in der Regel unbedenkliche Farben unter Angaben der Tätowiermittel-Verordnung aus 2008. Tattoos aus beliebten Urlaubsländern oder aus einer der illegalen Studios halten sich oft nicht an Regeln und Normen und wählen mitunter günstige und gesundheitsgefährdende Farbstoffe, die entsprechend das Risiko für Komplikationen erhöhen.

Tattoos chirurgisch entfernen

Für kleine Tattoos kann die chirurgische Variante gewählt werden, wenn man das Freisetzen der Farbpigmente und der damit verbundenen Risiken vermeiden möchte. Dabei wird das Tattoo herausgeschnitten und wieder mit einer Naht verschlossen. Verschiedene Schnittmuster ermöglichen größere-Behandlungsflächen. Je nach Tattoo müssen auch hier mehrere Sitzungen eingeplant werden. Bei größeren länglichen Tattoos kann zunächst eine Teilentfernung erfolgen um nach einer Hautdehnung einen weiteren Teil zu entfernen.

Tattoos durch Hauttransplantationen entfernen

Manchmal kann auch die Hauttransplantation zur Deckung im Rahmen der Tattooentfernung mit dem Skalpell eine Alternative sein, vor allem dann, wenn durch eine Verschiebung der Haut kein befriedigendes Ergebnis erwartet werden kann. Die Hautqualität sollte eine ähnliche Beschaffenheit wie die der Zielregion haben, sonst kann nach der Tattooentfernung ein wahrnehmbarer Farbunterschied oder eine abweichende Höhe im transplantierten Areal verbleiben.Der Verband sollte bis ca. 6 Tage nach der Tattooentfernung verbleiben. Danach wird das erste Mal der Verbandswechsel durchgeführt. Die Fäden werden nach ca. 2 Wochen gezogen. Die verpflanzte Haut muss nach der Wundheilung mit Cremes gepflegt werden.

Tattoo entfernen per Hautabschleifung – Dermabrasion, früher Salibrasion

Bei dieser Methode werden die oberen Hautschichten mit einer Fräse oder einem Sandstrahlgerät abgetragen. Die mechanische Abtragung der oberen Hautschichten erfolgt durch feine Kristalle, die mit hoher Geschwindigkeit auf die Haut gestrahlt und durch ein Vakuum abgesaugt werden. Eine Hautabschleifung wird oft dann angewendet, wenn sich ein chirurgischer Eingriff nicht eignet. Die Haut wächst nach der Behandlung wieder nach. Der Vorteil dabei ist, dass Farbpigmente nur in sehr geringen Umfang in der Körper gelangen und keine chemischen Stoffe verwendet werden. Entzündete oder auffällige Hautpartien (Unregelmäßigkeiten, Akne …) sollten auf diese Weise nicht behandelt werden. Für das Verfahren werden in der Regel 5 bis 10 Sitzungen über Monate benötigt.

Neues Tattoo Design oder Tattoo Motiv mittels Übertätowierung

Die einfachste Lösung ist wohl die am häufigsten eingesetzte Methode, in der das alte Tattoo einfach übertätowieret wird. Das nicht mehr gewollte Tattoo kann in ein neues Tattoo integriert werden. Es kann auch ein Teil der alten Tätowierung als Vorbereitung für das neue Tattoo Motiv weg gelasert werden, um es dann ergänzen zu können.

Nachfolgend finden Sie noch einige eher selten eingesetzte und weniger populäre Methoden zur Entfernung von Tätowierungen

Chemisches Peeling zur Tattoo Entfernung

Dazu werden Chemikalien (z. B. Fruchtsäure) auf die Haut gebracht, so dass sich die oberen Hautschichten ablösen und die farbtragende Hautschicht des Tattoos freilegen. Die Farbe kann dann durch mechanische Einwirkung( Abstrahlen …) oder Chemikalien herausgelöst werden. Die Verwendung von Chemikalien zieht eine lange Heilungsphase nach sich, da auch angrenzende Partien außerhalb des Tattoos angegriffen werden.

Hitzebehandlung mit Strom

Der Strom, der durch die Hautpartie fliesst erzeugt im Anwendungsbereich Hitze und verbrennt die Hautschichten. Der Farbstoff soll durch die erzeugte Hitze in der Hautschicht somit mit verbrennen. Bei dieser invasiven Behandlungsmethode wird unnötig viel Gewebe in Mitleidenschaft gezogen, das nicht Teil der Hautschicht mit den Farbpigmenten ist und somit nicht behandelt werden sollte.  Der Heilungsprozess braucht viele Wochen, bis die abgestorbenen Hautzellen komplett aus allen beteiligten Hautschichten abgestossen sind und sich die Haut regeneriert hat.

Waterjet-Cutting

Bei der Waterjet-Cutting-Methode wird unter hohem Druck ein konzentrierter dünner Wasserstrahl benutzt um damit die Haut zu schneiden. Auf diese Art werden die farbtragenden Hautschichten abgetragen und die Farbpigmente gleich mit aus der Haut ausgespült. Ähnlich wie bei der mechanischen Hautabschleifung kann das Verfahren meist nur unter Narkose durchgeführt werden. Die entfernten Hautpartien müssen wieder nachwachsen und entsprechend mit Cremes nachbehandelt werden.

Preis - Kosten in Euro: 

300 - 2000

Fazit: 

Operationsartmeist in Lokalanästhesie, mechanische Methoden auch unter Vollnarkose
Operationsdauer

sehr unterschiedlich, je nach Größe des Tattoos

Komplikationen Lasern
  • Verbrennungen
  • Narbenbildung
  • Pigmentstörungen bzw. Helligkeitsunterschied
  • Allergien
  • Ausschlag
  • Entzündungen mit Blässchenbildung
  • Hautkrebs
  • Selten können Allergien auch zur Hautentfernung oder sogar Amputationen führen
ErfolgMeist erst nach einem Jahr beurteilbar
HaltbarkeitBei Erfolg dauerhaft

Ratgeber: 

Risiken für Tattoo Entfernungen per Laser

Risiken durch den Abtransport von zerstörten Farbpigmente bestehen, haben aber nichts mit dem Verfahren an sich zu tun, sondern mit den Farbstoffen, die in die ursprünglich unter die Haut gebracht wurden. Aufgrund mangelnder gesetzlicher Vorschriften für die verwendeten Farben für Tattoos enthalten diese auch Schwermetalle und setzen Zellgifte unter Lichteinwirkung frei. Farben müssen vor Markteinführung nicht geprüft werden, aber Tattoo-Studios müssen seit 2008 Farben mit Inhaltsstoff Kennzeichnung verwenden.  Das Risiko relativiert sich allerdings wieder, wenn man bedenkt, dass nach dem Tätowieren  bis zu 75% der Farbe nicht in Haut verbleiben sondern über das Lymphsystem in den ganzen Körper gelangen und sich dort auch einlagern (Eingefärbte Lymphknoten u.a.). Bei  manchen Lasertechniken  konnten sich nach einer Studie aus 2007 bei Tattoos mit Rotanteil krebserregende Stoffe bilden.

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Kommentare

Montag, März 7, 2016 - 18:17
Noemi_1983

Hi,

tiefe Pixelnarben, wie ich sie hatte, gehen nie wieder weg. Das kannst Du vergessen. Da helfen Cremes, die Du mit über 20 dann mal verwendest auch nicht weiter. Mittlerweile weiss ich, dass ich die Narben besser gleich mit speziellen Cremes behandeln hätte sollen.
Wenn Du erst seit ein paar Monaten die Pickel hast, kannst Du mit Cremes vermutlich noch was besser abheilen lassen. Aber ob das so perfekt ist, kann ich Dir nicht sagen.
Aus den Posts der anderen hab ich eher das Gefühl eine richtige Ernährung oder Behandlung wäre besser.

Alles Gute
Noemi

Anzahl an Kommentaren: 11
Dienstag, Juni 11, 2019 - 21:54
RonjaHofmann26

Wenn man sich als heller Hauttyp oft in die pralle Sonne legt und später dann wundert, dass die Altersflecken früh und stark erscheinen ist das echt nur komisch. Die viele UV Strahlung schädigt die Haut ja nachhaltig und nicht nur einen Sommer lang, das kann man dann nicht einfach so wieder wegpeelen. Ein starkes chemisches Peeling ist dann zusätzlich noch eine Verletzung der Haut, die man sich auch noch freiwillig selbst zu fügt. Was mit so einer Haut dann im Alter passiert ist sicher krankhafter als eine Haut die lange vor UV Strahlung geschützt und weniger oft verletzt wurde. Ich bin mir sicher, dass ein intelligenter Umgang mit Strahlung durch Sonnenschutz weit mehr bringt als jede Bleichcreme und Peeling. Ich bin so jedenfalls meine Sommersprossen an den Händen und im Gesicht losgeworden.

LG Ronja

Anzahl an Kommentaren: 10
Montag, November 18, 2013 - 21:02
Christian Weber
Hi Katharina, ich helfe gerne. Ich wünsche Dir viel Erfolg! Lass mal hören für was Du Dich entschieden hast und wie gut Dir das Ergebnis gefallen hat. Aufs Solarium musst ja nicht komplett verzichten, ein bisschen Vitamin D tut gut, nur eben sehr dosiert und nicht um braun zu werden, also eher alle paar Wochen mal mit niedriger Bräunungsstufe und eher 10 Minuten als 20. Viele Grüße, Chris
Anzahl an Kommentaren: 3
Donnerstag, Januar 9, 2014 - 23:52
kathrinweber

Also kommt auf das Muttermal an. Große Muttermale im Gesicht solltest Du auf jeden Fall vom Hautarzt entfernen lassen. Wenn man da selbst herumschnippelt dann macht man mehr kaputt als das es bringt. Im Schlimmsten Fall ist vergrößert sich die Fläche und sieht viel schlimmer aus als vorher.

Bei kleinen Muttermalen oder anderen Hautunregelmässigkeiten solltest Du eigentlich auch den Hautarzt das zumindest prüfen lassen. Danach kannst Du dich immer noch zum eigenen Eingreifen entscheiden.

Durchführen kann man das am besten nicht etwa mit einem Messer oder Skapell sondern mit einer kleinen scharfen Schere und dem entsprechenden Mut und Wille :)

Aber schön sein will muss ja bekanntlich leiden :)
LG Kathrin

Anzahl an Kommentaren: 5
Montag, Januar 13, 2014 - 23:27
sofieN

Die Behandlungsmethoden hängen ab vom Narbentyp, dem Alter der Narbe sowie der Person, der Hautbeschaffenheit und der Ausdehnung ab. Aber für alle Narbentypen gibt es eine passende Lösung, die der Arzt bewerten kann:). Am Ende wird es vermutlich auf eine Operation rauslaufen, die mit Narbencremes noch lange behandelt wird. Details würde ich aber mit einem Plastischen Chirurgen klären, der auf das Gebiet spezialisiert ist.
LG sofie

Anzahl an Kommentaren: 1