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Mini Facelifting

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Der Begriff „Mini-Facelifting“ oder „kleines Facelifting“ oder „Mini Lift“ sind Marketing Begriffe, welche von Anbietern für Plastische Operationen sehr unterschiedlich interpretiert werden. Mini assoziiert der Patient mit „einfach“, „günstig“, „geringem Risiko“ und „schneller Heilung“. Zusätzlich wird ein Zusammenhang mit minimal-invasiver Chirurgie suggeriert, was bedeutet, dass bei der OP darauf geachtet wird, möglichst wenige Verletzungen zu verursachen und damit die Dauer der Heilung zu minimieren. Die Operationstechniken für Mini-Faceliftings unterscheiden sich aber deutlich je nach Anbieter und dienen oft nur als Lock-Angebot. Faceliftings haben immer noch den Ruf das Risiko des maskenhaften Aussehens zu bergen. Dabei wird der Begriff „Facelifting“ verwendet ohne zwischen den sehr unterschiedlichen Operationstechniken zu unterscheiden. Je nach angewendeter OP-Technik und Erfahrung des Chirurgen können so gute oder schlechte Faceliftings die Folge sein.

Operationstechniken für Mini-Facelifting

Hautstraffung ohne Gewebe- und Muskelstraffung

Viele der Mini-Facelifts oder Soft-Facelifts sind einfach zu operieren und auch für weniger erfahrene Ärzte durchführbar. Doch viele dieser Lifting-Angebote erzielen keinen dauerhaften Effekt, weil sie hauptsächlich auf der Methode beruhen, die Haut zu spannen.

Um die Haut großflächig im Gesicht zu straffen werden nur kleine Schnitte durchgeführt. Diese sind außerhalb des sichtbaren Bereichs und meist über, unter oder auch im Ohr angesetzt. Dabei wird die Haut dann einfach in Richtung des Ohrs auf beiden Seiten gestrafft. Diese Technik kann bei zu starker Straffung zu einem maskenhaften Aussehen führen. Bei zu geringer Straffung ist nur ein kleiner Effekt zu sehen, der nach 2 Jahren schon wieder deutlich nachlassen kann. Nach der einfachen OP wird in der Regel weiter unterspritzt.

Der Begriff „Mini“ passt hier gut, weil durch die kleinen Schnitte und der fehlenden Gewebe- und Muskelstraffung kaum Komplikationen entstehen können. Das Ergebnis ist allerdings auch entsprechend mini oder bei zu starker Straffung schnell maskenhaft.

Hautstraffung MIT Gewebe- und Muskelstraffung (SMAS)

Langanhaltende Faceliftings benötigen größere Hautschnitte und neben der Straffung der Haut auch eine Strukturierung der Gewebeschicht zwischen Haut und Muskel. Für die Hautschnitte gibt es verschiedene Techniken. SMAS steht für Superficial Muscular Aponeurosis System und bezeichnet hier die Gewebeschicht zwischen Haut und Muskel. Die Straffung der SMAS-Schicht bietet ein über Jahre anhaltendes Lifting. Das Gewebe an der Muskelschicht wird nicht so schnell wieder faltig wie einer einfachen Hautstraffung.

Die Haut wird nach der Straffung der SMAS-Schicht locker, mit geringer Hautspannung, wieder angelegt. Überflüssige Haut wird entfernt. Die Hautnähte werden möglichst unauffällig gelegt. Im Haaransatz wird geklammert, um nicht unnötig viele Haarwurzeln zu verletzen.

Facelifting SMAS MACS-LIFT

Meist ein kleiner Hautschnitt und nur eine geringe Korrektur des Gewebes unter der Haut. Der große Anteil der Gesichtshaut wird nicht vom Gewebe abgelöst und einfach gestrafft. Es ist in der Regel eine Kombination aus dem Mini-Facelifting mit geringem Einsatz der SMAS Technik.

Facelifting SMAS S-LIFT

Der S-Lift wird begonnen mit einem Bogen, der im Haaransatz vor dem Ohr beginnt, dann vor dem Ohr weiterläuft, unter dem Ohr mit einem Bogen weitergezogen wird und dann hinter dem Ohr endet. Haut und Gewebe werden umfangreich gestrafft.

Facelifting SMAS Soft-LIFT

Marketing Begriff zur Bezeichnung von individuellen SMAS Liftings ohne Standard.

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Auswahl des passenden „Mini“-Facelifting

Grundsätzlich ist die Beschaffenheit der Haut die Basis für die Entscheidung der perfekten OP-Technik. Ein guter Chirurg wird ganz klar eine OP-Technik empfehlen, bei der ein maskenhaftes Aussehen verhindert wird, aber trotzdem die Haut so weit gestrafft wird, dass Mimik-Falten im erforderlichen Maße bestehen bleiben, aber absackende Haut und Gewebe an unkritischen Stellen entfernt wird.

Viele Bereiche des Gesichts gleichzeitig straffen

Wenn mit einer OP alle Faltenprobleme im Gesicht gelöst werden sollen und gleichzeitig die OP nur mit einer Straffung der Hautschicht durchgeführt werden soll, also ohne dem darunter liegendem Gewebe, dann ist das Risiko sehr hoch, dass das Gesicht wie eine Puppe wirkt. Um die Falten im Gesicht effektiv und natürlich straffen zu können, sollte man die Bereiche unterteilen und die besten Verfahren zur Faltenglättung kombinieren:

  • Stirnfalten und hängende Augenbrauen
  • Kleine Krähenfüsse und Lachfalten
  • Absackende Haut an den Backen
  • Doppelkinn
  • Augenringe

Stirnfalten

Stirnfalten können mit Hyaluronsäure oder Botox so behandelt werden, dass der Effekt 6 bis 12 Monate anhält. Eine Straffung der Stirnhaut und hängender Augenbrauen wirkt schnell künstlich und sollte nur zusammen mit einer Gewebestraffung erfolgen. Die OP sollte man sich nur bei tiefen Stirnfalten überlegen und den Chirurgen sorgfältig auswählen.

Krähenfüße und kleine Lachfalten

Der Typ von Falten kann mit einem Facelifting nie komplett gestrafft werden, ohne dass das Aussehen nach der OP unnatürlich wirkt. Je stärker in dem Bereich gestrafft wird, desto schneller wirkt das Gesicht maskenhaft. Daher sollte in dem Bereich nur moderat gestrafft werden. Für ein perfektes Ergebnis über Monate müsste man die kleinen Falten zusätzlich unterspritzen und oder Lasern.

Am besten können Falten an den Augen und am Mund mit Fillern wie Hyaluron unterspritzt werden. Botox hilft ebenfalls für einen Zeitraum bis zu einem Jahr.

Hängebacken - Absackende Haut an den Backen

Große Hautfalten im Gesicht und überschüssige Haut und Gewebe, das nach unten absackt und zu Hängebacken und anderem führt kann am besten operativ gestrafft werden. Dabei sollte immer das Gewebe unter der Haut mit gestrafft und modelliert werden. Von einem einfachen Straffen der Haut ist abzuraten, außer man muss schon in einem sehr frühen Stadium die Haut nur ein wenig Straffen.

Doppelkinn

Ein Doppelkinn wird normalerweise in einer eigenen OP oft kombiniert mit einer Fettabsaugung oder Halsstraffung in dem Bereich durchgeführt und hat nicht direkt mit den Angeboten eines Faceliftings zu tun.

Augenringe

Die Ursachen der Augenringe sollten vor einer ästhetischen Operation untersucht werden und sind oft der bessere Ansatz. Falls dennoch eine Straffung der Falten in dem Bereich gewünscht ist, dann wird dies im Rahmen einer Augenlider-Straffung mit einem eigenen Angebot von den Chirurgen durchgeführt. Auch hier sind kleine Unterspritzungen oft ein besserer Ansatz für ein natürliches Aussehen. OPs im Augenbereich haben ein hohes Risiko über viele Monate hinweg unnatürlich zu wirken.

Ursachen für Augenringe

  • Schlafmangel
  • Allergien
  • Neurodermitis
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Falsche Ernährung
  • Eisenmangel
  • Vitaminmangel
  • Zinkmangel
  • Melanin oder Pigmentbildung Störungen
  • Sauerstoffunterversorgung der Gefäße
  • Starke Belastung der Augen
  • Genetische Veranlagung
  • Erschlaffung der Haut bzw. des Bindegewebes
  • Abbau des Fettgewebe der unteren Augenlider

Preis - Kosten in Euro: 

5500 - 8000

Fazit: 

OperationsartVollnarkose
Operationsdauerca. 2 - 3 Stunden
KorrekturMuskelschicht, Hautstruktur wird spannungsfrei angelegt
KrankenhausaufenthaltIn der Regel 2 bis 3 Tage
Arbeitsfähigkeitnach ca. 2 - 3 Wochen bri Mini Faceliftings ohne Komplikation
Haltbarkeitdauerhaft im Rahmen des Alterungsprozess
Risiken
  • Verletzung der Gesichtsnerven
  • Sensibilitätsstörungen der Haut
  • Infektionen
  • Maskenhaftes Aussehen
  • Durchblutungsstörungen
  • Schwellungen
  • Blutergüsse

Ratgeber: 

Die Grenzen zwischen den verschiedenen Lifting Varianten sind in den sehr unterschiedlichen Angeboten der Kliniken und Praxen nicht klar erkennbar. Letztendlich muss man dem Chirurgen Vertrauen, wie aufwendig er die Hautstraffung mit einer Modellierung des Gewebes darunter durchführt.

Dabei haben folgende Faktoren Einfluß auf das Ergebnis und den Preis:

  • Hautstraffung MIT oder OHNE Korrektur der SMAS-Schicht
  • Welche Bereiche im Gesicht (siehe oben)
  • Mehrere Behandlungstermine
  • Zusätzliche Unterspritzungen für Falten
  • Zusätzliche Laserbehandlungen

Im Alter zwischen 35 und 45 reichen meist Unterspritzungen. Ein Mini-Facelifting macht nicht unbedingt Sinn. Diese sind aber insgesamt teuer, da man alle 6 bis 12 Monate auffrischen muss.

Zwischen 45 und 55 macht ein SMAS Mini-Facelifting in geringen Umfang Sinn, so dass kein maskenhaftes Aussehen entsteht. Besonders wichtig ist hier die Erfahrung des Chirurgen. Perfekte Ergebnisse erhält man zusätzlichen Behandlungen als Unterspritzung oder per Laser.

Über 55 mit vielen Falten im ganzen Gesicht kann man mehrere OPs planen, um das Gesicht zu verjüngen. Ein großes SMAS-Facelifting kombiniert mit einem Halslifting und monatelanger Heilungsphase. Ergänzend dazu sind dann Unterspritzungen und Laserbehandlungen an einigen Stellen sinnvoll, um das Gesicht nicht zu unnatürlich wirken zu lassen.

Fachärzte

Es gibt keine geschützte Facharztbezeichnung, die eine Qualifikation des Arztes für Faceliftings wiederspiegelt. Faceliftings sind nicht verpflichtender Teil der Ausbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Zudem dürfen Kliniken und Praxen in Deutschland seit 2006 keine Bilder dazu mehr öffentlich darstellen, so dass es für den Patienten schwer ist, die Erfahrung des Arztes einzuschätzen.

Gesichtsnervenschädigung

Eine Verletzung der Gesichtsnerven ist wohl das Risiko, dass m meisten gefürchtet wird, da auch der erfahrenste Operateur keine Garantie für eine verletzungsfreie Operation geben kann. Sind die Verletzung nur sehr sehr gering erholen sich die Nervenbahnen in der Regel nach 3 Monaten wieder. Bei größeren Verletzungen muss der Chirurg nachhelfen.

Ein Taubheits Gefühl in den ersten paar Tagen nach der Operation ist allerdings normal.

Nach der Hautstraffung OP

Bei der SMAS-Technik kann auf drückende Verbände verzichtet werden, die bei anderen Eingriffen für mehrere Tage notwendig sind. Hier reicht ein leichter Verband, der nur Stunden nach der Operation zum Schutz angelegt wird.

Am ersten Tag nach der OP und nach Wundkontrolle sollte gekühlt werden, um Schwellungen in Schach zu halten. Aufstehen und leichte Bewegung ist bereits möglich.

Schon am zweiten Tag können die Patienten die Klinik verlassen, zuvor können mit Hilfe des Pflegepersonals die Haare mit lauwarmen Wasser gewaschen werden.

Um eine Abschwellung und bessere Heilung zu begünstigen sollte ab dem vierten Tag Lymphdrainage und Fachkosmetik genutzt werden.

Eine Woche nach der OP ist Schonung angesagt, kurze Spaziergänge wirken sich aber positiv auf eine Gesundung aus.

Schlafen muss man auf dem Rücken mit hochgestelltem Kopfteil oder einem Kissenberg unter dem Kopf. Das Schneiden von Grimassen und das Kauen von sehr fester Nahrung ist zu vermeiden, um zu gewährleisten dass die abgelöste Haut gut anwachsen kann.

Die aus der Operation resultierenden Hämatome sind relativ klein und gehören dazu.

Die Narben werden nach der Entfernung des Verbandes mit sauberen Ohrstäbchen und mit Bepanthen oder Panthenol gepflegt, später kann natürlich auch Narbensalbe zum Einsatz kommen.

In der zweiten Woche nach dem Eingriff werden üblicherweise die letzten Hautfäden entfernt. Die Arbeit kann in den meisten Fällen nach 2-4 Wochen wieder aufgenommen werden.

Um Verfärbungen der Narben vorzubeugen, ist Sonne und Hitze (zB. durch Sauna) im Bereich der Narben für mindestens 3 Monate zu vermeiden, um Verfärbungen der Haut vorzubeugen.

Bei Brillenträgern kann es zu Reizungen der Narben hinter dem Ohr kommen. Dann wird empfohlen, für zwei bis drei Wochen keine Brille zu tragen.

Körperlich nicht anstrengende Sportarten wie Golf müssen für vier Wochen ausgesetzt werden, auf Sportarten wie Tennis, Fußball oder Squash müssen wegen des hohen Risikos für zwei bis drei Monate verzichtet werden.

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